Wohnquartier in Thalwil ZH: Hundehort muss zügeln – acht Vierbeiner sind zu viel

Aktualisiert

Wohnquartier in Thalwil ZHHundehort muss zügeln – acht Vierbeiner sind zu viel

Gebell, Gerüche und Autoverkehr: Nachbarn wehren sich gegen einen Hundehort in einem Thalwiler Wohnquartier. Das Verwaltungsgericht gibt ihnen nun recht.

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Der Hundehort in einem Thalwiler Mehrfamilienhaus ist zonenwidrig.

Der Hundehort in einem Thalwiler Mehrfamilienhaus ist zonenwidrig.

Die Hundebetreuungsstätte befindet sich im Parterre eines Mehrfamilienhaus. Ein Paar darf hier amtlich bewilligt bis zu acht Hunde betreuen. Diese werden am Morgen gebracht oder abgeholt. Anschliessend und auch am Nachmittag gehts mit den Vierbeinern ausgiebig Gassi. Einzig über Mittag sind die Tiere während rund drei Stunden in der Wohnung oder im Garten.

Die örtliche Planungs- und Baukommission stellte sich bei der Bewilligung im Mai 2014 auf den Standpunkt, dass Hunde heute zum Wohnen gehören: Auf 835 Primarschüler und 346 Kindergärtler kommen in Thalwil 605 Hunde. Mit anderen Worten: Ein Hundehort in einer Wohnzone passt.

«Zonenwidrig»

Dies sahen zwei Nachbarn jedoch anders und gingen gegen die Bewilligung rechtlich vor. Als Argumente führten sie das Gebell, den Geruch und den Autoverkehr der Hundebesitzer ins Feld. Mit Erfolg: Das Baurekursgericht gab ihnen recht. Nun waren die Betreiber des Hundehorts erzürnt und zogen den Fall weiter ans kantonale Verwaltungsgericht.

Es hält einen Hundehort im Gegensatz zur Planungs- und Baukommission für zonenwidrig, wie der «Tages-Anzeiger» am Dienstag schreibt. «In der Wohnzone müssten Betriebe der Befriedigung der täglichen Bedürfnisse von Quartierbewohnern dienen», heisst es im Gerichtsurteil.

Drei Hunde wären zulässig

Dazu gehörten etwa Schulen und Kindergärten – jedoch nicht eine gewerbliche Hundebetreuung. Für das Gericht fehlt der enge Bezug zum Wohnen, zumal die Hunde für Spaziergänge an geeignete Orte transportiert werden müssten. Für Hundehorte würden sich deshalb Industrie- und Gewerbezonen eignen. Laut einem Bundesgerichtsentscheid ist gewerbsmässiges Halten von bis zu drei Hunden in Wohnzonen erlaubt.

Thalwil muss nun den Hundehort-Betreibern eine Frist «zur Wiederherstellung des rechtsmässigen Zustandes» setzen. Will heissen: Nur noch maximal drei Hunde – oder umziehen. Die Gerichtsgebühr von 3000 Franken und 2000 Franken Entschädigung an die Nachbarn müssen die Gemeinde und die Hundebetreuer je zur Hälfte berappen.

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