Muttenz BL: Hundekontrolle eskaliert – Herrchen in Unterhose bedroht Amtstierärztinnen

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Muttenz BLHundekontrolle eskaliert – Herrchen in Unterhose bedroht Amtstierärztinnen

Im Juni 2022 wollten zwei Mitarbeiterinnen des Baselbieter Veterinäramts die Hunde eines Paars an dessen Wohnort kontrollieren. Dem Herrchen passte das gar nicht, dafür wurde er nun verurteilt.

von
Lukas Hausendorf
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So weit kam es nicht: Noch bevor die Veterinärinnen die Chips der sechs Hunde auslesen konnten, eskalierte deren Herrchen.

So weit kam es nicht: Noch bevor die Veterinärinnen die Chips der sechs Hunde auslesen konnten, eskalierte deren Herrchen.

Getty Images/iStockphoto
Die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat das Herrchen, das die beiden Veterinärinnen bei der Hundekontrolle in Unterhosen bedrohte, nun rechtskräftig wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie übler Nachrede verurteilt.

Die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat das Herrchen, das die beiden Veterinärinnen bei der Hundekontrolle in Unterhosen bedrohte, nun rechtskräftig wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie übler Nachrede verurteilt.

Kanton BL/Tom Bisig

Darum gehts

Ob die Hundekontrolle unangemeldet war, geht aus dem Strafbefehl der Baselbieter Staatsanwaltschaft nicht hervor. Hingegen ist darin festgehalten, in was für eine groteske Situation die beiden Mitarbeiterinnen des Kantonalen Veterinäramts gerieten, als sie am 18. Juni 2022 um 9.30 Uhr in der kleinen Oberbaselbieter Gemeinde aus dem Auto gestiegen sind. 

Der Partner der Hundehalterin, gegen die ein separates Verfahren eröffnet wurde, empfing die beiden Veterinärinnen nur in einer Unterhose bekleidet. Und die Laune des 44-Jährigen war bereits im Keller. Er sei zunehmend aggressiv aufgetreten, hält die Staatsanwaltschaft fest. 

Vier Menschen und sechs Hunde im Wintergarten

Als sie ihn baten, den Hundeausweis zu holen und die Chips der Hunde auslesen wollten, kippte die Stimmung. Aggressiv gestikulierend forderte das Herrchen in Unterhosen die beiden auf, das Grundstück zu verlassen. Für die Veterinärinnen wurde es im Wintergarten mit dem aggressiven Paar und ihren sechs Hunden langsam zu eng. Sie traten den Rückzug zu ihrem Auto an. 

Raschen Schrittes folgte der fast nackte Mann den Damen und soll sie bedroht haben. Wenn sie jetzt nicht auf der Stelle das Grundstück verlassen würden, dann würden sie etwas erleben. Am Nachmittag beschuldigte er die Veterinärinnen dann noch, 4000 Franken aus dem Haus gestohlen zu haben. 

Schweigen wäre Gold gewesen

Sein loses Mundwerk kommt den Mann nun teuer zu stehen. Wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie übler Nachrede wurde er inzwischen rechtskräftig zu einer bedingten Geldbusse von 5400 Franken sowie einer unbedingt zu zahlenden Busse von 1000 Franken verurteilt. Obendrauf kommen noch Gebühren von 1750 Franken. 

Das Baselbieter Veterinäramt kontrolliert jährlich rund 100 Tierhaltungen. Dabei geht das Amt Meldungen von Polizei, anderen Behörden, Tierärztinnen und Tierärzten oder auch Privatpersonen nach.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 0800 211 222 (bei Notfällen) 

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 0800 211 222 (bei Notfällen) 

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

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