Häufchen 2.0: Hundekot beleuchtet Park
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Häufchen 2.0Hundekot beleuchtet Park

Robidog ade, willkommen Kotstromaggregat: Ein amerikanischer Künstler zeigt, wozu Hundehäufchen gut sind und erhellt einen ganzen Park damit.

von
dga

(Quelle: APTN Video)

Was bei Fifi hinten rauskommt, soll in den «Poop Converter» rein: Die Erfindung des Künstlers Matthiew Manzzotta wandelt Hundekot in Energie für Strassenlaternen um. Die Entsorgung geht ähnlich wie bei gängigen Hundetoiletten vonstatten: Hundebesitzer nehmen die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners mit einem an der Anlage angebrachten Spezialbeutel auf und werfen diesen in den siloähnlichen Behälter. Anschliessend muss an einem Drehrad gekurbelt werden. Hierbei wird der Inhalt des «Häufchen-Umwandlers» durchmischt. Dies steigert die Produktion des Treibhausgases Methan, das durch Fäkalzersetzung anaerober Bakterien freigesetzt wird. Schliesslich wird das Biogas zur angeschlossenen Beleuchtung weitergeleitet und dort verbrannt.

Hürden der Umsetzung

Eine Anlage steht derzeit im Pacific Street Park in Cambridge, Massachusetts, und verblüfft Hundebesitzer und Parkbesucher gleichermassen. Trotzdem stehen der Umsetzung in grösserem Masstab mehrere Hindernisse im Weg: Einerseits müsste unter Hundehaltern Überzeugungsarbeit in der korrekten Entsorgung geleistet werden. Anderseits verringert Schmutz wie Staub, Sand oder Laub, der unweigerlich ins Kotsäckchen gelangt, den Methanertrag. Zudem sind die Hygieneanforderungen ein Problem: Weil Hunde Allesfresser sind, besteht eine höhere potenzielle Belastung mit Krankheitserregern. Dies gilt nicht für Kühe und Hühner, deren Ausscheidungen besonders in Europa bereits zur Energieerzeugung verwendet werden.

Imbiss dank Häufchen

Mazzotta geht mit seinem «Park Spark Project» trotzdem einen Schritt weiter: Er arbeitet derzeit an Imbissständen, deren Strom ausschliesslich aus Fifis Mist stammt. Ins Hundekot-Energiegeschäft will der Tüftler dennoch nicht einsteigen: Der Amerikaner will vielmehr mit seinen Installationen zum Nachdenken anregen, wie er sagt. Man müsse nur die Augen öffnen, um zu erkennen, mit welchen Mitteln Strom erzeugt werden kann - aber man solle dabei stets aufpassen, wohin man tritt.

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