Aktualisiert 28.07.2017 20:31

Excrementum caninum

Hundekot und Schaben in Homöopathie-Präparaten

In homöopathischen Mitteln kann es Rückstände von Küchenschaben und Hunde-Exkrementen haben. Diese sind jedoch nur in Latein angeschrieben.

von
duf
In solchen homöopathischen Globuli können Moleküle von Küchenschaben und Hundekot stecken. Auf Deutsch müssen diese aber nicht deklariert werden.

In solchen homöopathischen Globuli können Moleküle von Küchenschaben und Hundekot stecken. Auf Deutsch müssen diese aber nicht deklariert werden.

Keystone/Gaetan Bally

«Excrementum caninum» oder «Blatta orientalis» sind die lateinischen Bezeichnungen für Hundekot und Küchenschabe. Solche Mittel werden manchmal in homöopathischen Präparaten eingesetzt, wie das Newsportal «Watson» berichtet. Bloss besteht keine Pflicht, die Inhaltsstoffe auch auf Deutsch und somit für den Laien verständlich anzuschreiben.

Hierzulande gebe es noch keine Vorschriften für eine Übersetzung, sagt Lukas Jaggi, Sprecher des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic, dem Portal. Ebenso wenig ist das in Deutschland der Fall – die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel will das ändern und fordert eine klare Kennzeichnung.

Auch Rattengift wird eingesetzt

Auch der Schweizer Immunologe Beda Stadler spricht sich für eine Deklarationspflicht aus. Zwar seien die Stoffe meist so gut verdünnt, dass in der Ausgangssubstanz kein Molekül mehr erhalten sei. «Es wäre dennoch wichtig, dass jeder Normalbürger versteht, was er da zu sich nimmt», sagt er zu «Watson». Auch Rattengift sei ein immer wieder eingesetzter Stoff in der Homöopathie.

Die Co-Präsidentin des Homöopathie-Verbands Schweiz, Beatrice Soldat-Braun, hingegen sagt, wenn homöopathische Heilmittel auf Deutsch angeschrieben würden, würde das nur Verwirrung stiften und zu Missverständnissen in Apotheken und Drogerien führen. Ausserdem habe sie noch nie von Hundekot in Schweizer Präparaten gehört, sondern es werde vor allem mit Pflanzen gearbeitet.

Zwar seien diese manchmal auch giftig, aber: «Alle gefährlichen Stoffe sind so weit verdünnt, dass sie völlig unbedenklich sind», sagt sie dem Portal. Die heilende Wirkung verfliege deshalb nicht.

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