Kanton Zürich: Hundekurs geschwänzt – Busse erlaubt oder nicht?

Aktualisiert

Kanton ZürichHundekurs geschwänzt – Busse erlaubt oder nicht?

Obwohl ein Hündeler aus dem Zürcher Säuliamt den Hundekurs geschwänzt hatte, kassierte er vom Statthalteramt keine Busse. Das Veterinäramt intervenierte – mit Erfolg.

von
rom
Ob das Schwänzen des Hundekurses - hier eine Hundeschule in Zürich - gebüsst werden darf oder nicht, soll jetzt eine Strafuntersuchung zeigen.

Ob das Schwänzen des Hundekurses - hier eine Hundeschule in Zürich - gebüsst werden darf oder nicht, soll jetzt eine Strafuntersuchung zeigen.

Mehrmals musste das Veterinäramt des Kantons Zürich den Halter einer Labradorhündin aus dem Bezirk Affoltern dazu auffordern, die Bestätigung zur Erlangung des praktischen Sachkundenachweises einzureichen. Doch der Hündeler reagierte nicht. Daraufhin erstattete das Amt Anzeige.

Das Statthalteramt wies eine Untersuchung laut «NZZ» vom Montag aber ab. Es begründete dies mit einer seit dem 1. Januar 2013 gültigen Revision des Tierschutzgesetzes. Demnach sei das Nichterbringen des Sachkundenachweises in den Ausführungsvorschriften nicht explizit aufgeführt. Mit anderen Worten: Man kann den Hundehalter nicht büssen, weil die entsprechende rechtliche Grundlage fehlt.

Sachkundenachweis infrage gestellt

Beim Veterinäramt kam dies gar nicht gut an. Wenn man jene, die den Kurs nicht absolviert haben, nicht büssen könne, werde der Sachkundenachweis an sich infrage gestellt. Deshalb erhob das Amt Beschwerde bei der III. Strafkammer des Obergerichts und beantragte die Aufhebung dieser Verfügung sowie eine Strafuntersuchung zu diesem Fall.

Dies hat das Obergericht nun gutgeheissen, wie die «NZZ» schreibt. Zwar kommen auch die Oberrichter zum Schluss, dass eine Sanktion wegen der Revision des Tierschutzgesetzes nicht mehr möglich war, trotzdem lasse sich eine Strafbarkeit ableiten.

Die Erlangung des Sachkundenachweises steht gemäss schriftlichem Entscheid des Obergerichts in engem Zusammenhang mit der korrekten Haltung eines Hundes. Nur wer die Bedürfnisse eines Hundes kenne, sei in der Lage, ihn entsprechend der Gesetzesvorgaben zu halten.

Halter wird gebüsst

Kantonstierärztin Regula Vogel zeigt sich gegenüber 20 Minuten erleichtert und stellt klar: «Der Affoltermer Entscheid war ein Einzelfall.» Es sei seit der Revision des Tierschutzgesetzes kantonsweit zu einigen Anzeigen gekommen – die anderen Statthalterämter hätten aber alle Bussen ausgesprochen.

Somit müssen die Affoltemer den Fall nochmals neu beurteilen. Statthalter Claude Schmidt sagt: «Da der Entscheid des Obergerichts bindend ist, wird der Hundehalter nun wohl gebüsst.»

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