Naturschutz: Hundeproblem in Naturschutzgebieten
Aktualisiert

NaturschutzHundeproblem in Naturschutzgebieten

Immer öfter stören wildernde Hunde Tiere in Schutzgebieten. Parkwächter sollen das Treiben nun stoppen.

von
Urs-Peter Zwingli
Wildernde Hunde in Naturschutzgebieten sind längst kein Einzelfall – Ruedi Anhorn bestätigt dies.

Wildernde Hunde in Naturschutzgebieten sind längst kein Einzelfall – Ruedi Anhorn bestätigt dies.

Im Naturschutzgebiet Altenrhein am Bodensee brüteten früher Enten, Fasane und Brachvögel. Doch: «In den letzten zwei Jahren habe ich im Gebiet keine Brut mehr gesehen», sagt Ruedi Anhorn, Kontrolleur des Naturschutzgebiets. Der Grund dafür seien wildernde Hunde, die die Vögel aus dem Gebiet vertreiben. «Viele Hündeler halten sich ­leider nicht an den Leinenzwang im Schutzgebiet», so Anhorn. Es brauche dringend mehr Tafeln, die auf den Zwang hinweisen.

Problem bekannt

Das Problem wildernder Hunde kennt man in weiteren Ostschweizer Schutzgebieten: Im Kaltbrunner Riet, einem 50 Hektaren grossen Feucht­gebiet von internationaler Bedeutung, seien täglich frei laufende Hunde unterwegs, berichtet Tonia Zurbuchen, Geschäftsstellenleiterin des Benkner-, Burger- und Kaltbrunner Riets. «Es kommt regelmässig vor, dass Hunde Rehe jagen und bodenbrütende Vögel stören», sagt Zurbuchen. Auch im Kaltbrunner Riet sollen nun mehr Hinweistafeln aufgestellt werden.

Ranger-Dienst einführen?

«Wir überlegen uns auch, nächsten Frühling einen Ranger-Dienst einzuführen, um das Gebiet besser zu kontrollieren», so Zurbuchen. Wildernde Hunde mehrfach beobachtet und fotografiert hat der Uznacher Biologe Klaus Robin. «Das Riet ist in den letzten Jahren zu einem wahren Freilaufgebiet für Hunde geworden», sagt er. Das Problem sei, dass die Gemeinden die Einhaltung des Leinenzwangs zu wenig konsequent kontrollierten.

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