Ukraine-Krieg: Hundert Zivilisten aus dem eingekesselten Stahlwerk in Mariupol evakuiert

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Ukraine-KriegHundert Zivilisten aus dem eingekesselten Stahlwerk in Mariupol evakuiert

Nach zahlreichen gescheiterten Evakuierungsversuchen konnten erstmals Dutzende Zivilisten das heftig umkämpfte Asow-Stahlwerk verlassen. Dies verkündete Präsident Selenski auf Twitter.

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Eine Mutter, welche am 1. Mai aus dem Stahlwerk evakuiert wurde, sieht ihren Sohn wieder.

Eine Mutter, welche am 1. Mai aus dem Stahlwerk evakuiert wurde, sieht ihren Sohn wieder.

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Die evakuierten Zivilisten werden in das Dorf Besimenne in der Donezk-Region gebracht.

Die evakuierten Zivilisten werden in das Dorf Besimenne in der Donezk-Region gebracht.

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Pro-russische Separatisten überwachen die Evakuation.

Pro-russische Separatisten überwachen die Evakuation.

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Darum gehts

  • Die 100 evakuierten Menschen werden am Montag in der ukrainischen Stadt Saporischschja empfangen.

  • Koordiniert wurde die Evakuierungsaktion vom internationalen Roten Kreuz.

  • Das elf Quadratkilometer grosse Gebiet des Asow-Stahlwerks in der südostukrainischen Hafenstadt ist heftig umkämpft.

Nach zahlreichen gescheiterten Evakuierungsversuchen haben am Wochenende erstmals Dutzende Zivilisten das heftig umkämpfte Asow-Stahlwerk im südukrainischen Mariupol verlassen können. Etwa hundert Menschen aus dem Werk waren am Sonntag auf dem Weg nach Saporischschja, wie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski auf Twitter mitteilte. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, dankte der Ukraine bei einem unangekündigten Besuch in Kiew für ihren «Kampf für Freiheit».

«Die Evakuierung von Zivilisten von Asow-Stahl hat begonnen», schrieb Selenski. Die erste Gruppe von etwa hundert Menschen werde am Montag im 220 Kilometer entfernten Saporischschja empfangen.

Nach Angaben eines UN-Sprechers hatte ein humanitärer Konvoi am Samstagmorgen Mariupol erreicht. Koordiniert wurde die Evakuierungsaktion demnach vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das sich dazu mit beiden Kriegsparteien abstimmte.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, «dank der Initiative des russischen Präsidenten Wladimir Putin» seien 80 Zivilisten, die «von ukrainischen Nationalisten festgehalten» worden seien, am Sonntag aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert und in das unter russischer Kontrolle stehende Dorf Besimenne in der Region Donezk gebracht worden. Dort hätten die Menschen Verpflegung und medizinische Versorgung erhalten. Zivilisten, «die in die vom Kiewer Regime kontrollierten Gebiete wollten, wurden an Vertreter der UNO und des IKRK übergeben», erklärte das Ministerium weiter.

Stahlwerksgelände ist die letzte Bastion des ukrainischen Widerstands

Bereits am Samstag hatte das russische Verteidigungsministerium die Evakuierung von 46 Zivilisten aus dem Industriegelände bekanntgegeben. Das ukrainische Asow-Regiment meldete am selben Tag dagegen nur rund 20 Evakuierte.

Das elf Quadratkilometer grosse Gebiet des Asow-Stahlwerks in der südostukrainischen Hafenstadt ist heftig umkämpft. Das Stahlwerksgelände ist die letzte Bastion des ukrainischen Widerstands im durch russische Angriffe weitgehend zerstörten Mariupol. In dem Komplex mit weitläufigen unterirdischen Tunnelanlagen sollen noch Hunderte ukrainische Soldaten und Zivilisten unter katastrophalen Bedingungen ausharren.

Russische Armee verstärkt Angriffe im Osten und Süden der Ukraine

Das am Asowschen Meer gelegene Mariupol gilt als strategisch äusserst wichtig. Erklärtes Ziel Russlands im Ukraine-Krieg ist die Herstellung einer Landverbindung zur annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie zu der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Transnistrien in der Republik Moldau.

In den vergangenen Tagen verstärkte die russische Armee ihre Angriffe sowohl im Osten als auch im Süden der Ukraine. Bei einem Angriff auf den Flughafen von Odessa wurde am Samstag nach ukrainischen Angaben die Landebahn zerstört. Das russische Verteidigungsministerium meldete zudem die Zerstörung eines Hangars «mit Waffen und Munition der USA und der europäischen Länder».

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(AFP/flo)

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