Berufliche Vorsorge: Hunderte Anfragen wegen vergessener PK-Gelder
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Berufliche VorsorgeHunderte Anfragen wegen vergessener PK-Gelder

Fast drei Milliarden Franken befinden sich auf Vorsorgekonten. Nach Medienberichten wird die Zentralstelle 2. Säule mit Anfragen überhäuft.

von
nag
Rund drei Milliarden Franken suchen ihre Besitzer: Hunderter- und fünfziger Banknoten. (22. September 2015)

Rund drei Milliarden Franken suchen ihre Besitzer: Hunderter- und fünfziger Banknoten. (22. September 2015)

Keystone/Christian Beutler

Auf rund 632'000 Konten liegen ehemalige Pensionskassengelder, von denen die Besitzer nichts wissen. Über 2,97 Milliarden Franken vergessene Freizügigkeitsleistungen verwaltete die Auffangeinrichtung im vergangenen Jahr – so viel wie noch nie. Vor einer Woche hatte die Nachrichtenagentur sda darüber berichtet. Auch «10vor10» von Fernsehen SRF strahlte einen Beitrag aus.

«Nach Medienpublikationen erhalten wir in der Regel für eine beschränkte Anzahl Tage mehr Anfragen», sagte Daniel Dürr vom Sicherheitsfonds BVG am Dienstag auf Anfrage. In der vergangenen Woche seien 1245 Anfragen beantwortet worden.

Rund ein Drittel der Besitzer wurden kontaktiert

Das sind rund doppelt so viele wie im Wochenschnitt des vergangenen Jahres. Über das ganze Jahr gesehen waren damals rund 34'700 Anfragen bei der Zentralstelle eingetroffen. «Wir gehen davon aus, dass die Anfragen jetzt langsam wieder rückläufig sein werden», sagte Dürr.

Dank einer besseren, systematischen Datenerfassung können immer mehr Konteninhaber ausfindig gemacht werden. Mittlerweile kann bei 34 Prozent der insgesamt rund 960'000 Konten bei der Auffangeinrichtung der Besitzer kontaktiert werden.

Fast drei Milliarden Franken warten auf Besitzer

Wer vermutet, er habe vergessene Pensionskassengelder, kann mit einem Formular der Zentralstelle 2. Säule online eine Anfrage lancieren. Meistens gehen Gelder bei einem Stellenwechsel oder Arbeitsunterbruch vergessen, wie Max Meili, Geschäftsleiter der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, der sda sagte.

In absoluten Zahlen nimmt sowohl die Höhe des Kapitals als auch die Menge der unzustellbaren Konten zu. 632'302 waren es im vergangenen Jahr, sechs Jahre zuvor erst 426'303. Mittlerweile werden fast 3 Milliarden Franken «unzustellbares Kapital» verwaltet, gut 1,3 Milliarden Franken mehr als noch 2009.

In der Regel sind es eher kleine Pensionskassenguthaben, die vergessen gehen und bei der Auffangeinrichtung landen. Auf einigen Konten lagen im vergangenen Jahr gerade einmal ein paar Rappen, auf 258 verwalteten Konten betrug das Kapital dagegen über eine Viertelmillion Franken. Im Schnitt sind es 4'700 Franken. (nag/sda)

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