Leere Strände: Hunderte fliehen vor dem Feuer

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Leere SträndeHunderte fliehen vor dem Feuer

Die Ferieninsel Sardinien wird von schweren Waldbränden heimgesucht. Leser-Reporter Devid Burgener verbringt seine Ferien in San Teodoro und schildert, wie bedrohlich nahe das Feuer vorgerückt ist.

von
hag

Begünstigt von langen Wochen der Hitze und extremer Trockenheit breiten sich Feuer auf der italienischen Ferieninsel Sardinien immer mehr aus. Besonders betroffen ist die Region von San Teodoro südlich von Olbia an der sardinischen Nordostküste.

Etwa 800 Menschen mussten dort am Sonntag aus mehreren Dörfern und Hotels vor den vorrückenden Flammen in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer zerstörte bereits zahlreiche Häuser, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Starker Mistralwind treibt die Flammen rasch voran, die Feuerwehren waren auch in der Nacht zum Montag im Dauereinsatz.

Verletzte bei Explosion

Löschflugzeuge, Helikopter und zahlreiche Fahrzeuge waren unterwegs, um die Feuer einzudämmen. Am Sonntagabend wurden in Badualga fünf Einsatzkräfte verletzt, als ein Tank explodierte. Darunter auch Olbias Zivilschutzchef Giuseppe Budroni, er erlitt schwerere Brandverletzungen.

Als der Wind auch an anderen Küstenabschnitten Sardiniens die Feuer anfachte und verbreitete, schlug der Zivilschutz der Insel am Sonntagabend Alarm wegen «erhöhter Gefahr». Das ist die höchste Stufe auf der Gefahrenskala für Brände.

Löschflugzeuge im Dauereinsatz über der Küstenregion San Teodoro im Norden Sardiniens:

«Einige Häuser haben bereits gebrannt»

Leser-Reporter Devid Burgener verbringt derzeit seine Ferien in San Teodoro. Schon vier Mal war er auf der Ferieninsel, aber diesmal sei es ein sehr spezielles Erlebnis. «Am Sonntag hat es angefangen. Nur etwa 500 Meter vom Strand entfernt steht der Wald komplett in Flammen», berichtet Devid Burgener. «Der Wind bläst den extrem dichten Rauch über den Strand, es stinkt furchtbar.»

Seit zwei Tagen sind Löschflugzeuge im Einsatz und versuchen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Flieger füllen ihre Tanks im Meer mit Wasser und fliegen in nur 20 Meter Höhe über den Strand Richtung Brandstelle. An Baden ist dabei nicht mehr zu denken. Wegen dem Rauch und dem Lärm von den Flugzeugen sind die Strände leer. Devid Burgener hofft, dass es nicht noch schlimmer wird: «Bislang hatten wir Glück. Unseren Bungalow mussten wir noch nicht räumen, aber einige Häuser haben bereits gebrannt.» Bis Donnerstag muss Burgener durchhalten, dann geht es zurück ins Wallis.

Sardinien ist am schlimmsten betroffen, aber auch in anderen Teilen Italiens wüten Brände. Vor allem im Süden und auf den grösseren Inseln brachen in knochentrockener Natur Feuer aus. Bei weit mehr als 30 Bränden mussten Löschflugzeuge und Helikopter eingesetzt werden, berichteten Medien. Waldarbeiter, Feuerwehren und Zivilschutz seien pausenlos im Einsatz.

(hag/sda)

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