Aschewolke: Hunderte Flüge in der Schweiz annulliert
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AschewolkeHunderte Flüge in der Schweiz annulliert

Auf den Flughäfen Genf und Zürich ist es ungewöhnlich ruhig. Mindestens 700 Flüge fallen heute aus. In Zürich übernachteten rund 80 Passagiere in den Wartehallen. Die SBB verstärkt den internationalen Zugverkehr.

von
meg

Wegen der Vulkanasche-Wolke aus Island wurden in der Schweiz bereits wieder zahlreiche Flüge gestrichen. In Genf fielen bis am Vormittag bereits 150 Flüge aus, in Zürich werden den ganzen Tag 546 Flüge annulliert. Sowohl auf dem Flughafen Genf als auch in Zürich blieb es auch am Montagmorgen ruhig wie sonst nie. «Nur wenige Passagiere sind auf dem Flughafen», sagte Bertrand Stämpfli, Sprecher des Genfer Flughafens. Dies sei dank der guten Verbreitung der Informationen der Fall. Seines Wissen habe auch niemand auf dem Flughafen übernachten müssen. In Zürich hingegen mussten rund 80 Passagiere die Nacht erneut in den Warteräumen des Flughafens verbringen.

Sie wurden wieder mit Wolldecken, Wasser, Essen und Toilettenartikeln versorgt, wie eine Flughafensprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erklärte. Geschlafen hätten sie hauptsächlich auf der Zuschauerterrasse, die man extra für die Gestrandeten geöffnet habe.

Terrasse für Zuschauer gesperrt

Für Zuschauer sei diese Terrasse dafür geschlossen, sagte sie weiter. Wer den ungewöhnlich stillen Flughafen sehen will, muss deshalb auf die anderen Beobachtungspunkte ausweichen, etwa auf jenen bei Rümlang.

Zahlreiche Angestellte des Flughafens und der Fluggesellschaften müssen heute Montag nicht zur Arbeit erscheinen. Wie viele genau betroffen seien, sei aber schwierig zusammenzufassen, wie die Sprecherin weiter erklärte.

Der Ausnahmezustand im Schweizer Flugverkehr wird weiter andauern, nachdem das BAZL die Sperre des Flugraums bis am Dienstagmorgen um 8 Uhr verlängert hat. Selbst wenn die Sperre dann aufgehoben werde, dürften Stunden vergehen, bis der Flugbetrieb im Normalmodus funktioniert. Man brauche eine gewisse Vorlaufzeit, um die Flugbesatzungen zusammenzustellen und das Catering auf Normalbetrieb zu bringen, teilte eine Swiss-Sprecherin 20 Minuten Online mit. (meg/sda)

Mehr Züge ins Ausland

Der Ansturm auf die SBB ist kleiner geworden. In internationalen Zügen habe es nach wie vor Sitzplätze, teilen die SBB am Montagmorgen mit. Eine Reservation werde aber «dringend empfohlen». Bis auf weiteres und wo immer möglich werden die internationalen Zugverbindungen verstärkt. Im Nord-Süd Verkehr Richtung Italien führt die SBB die Züge wo nötig doppelt. Gleiches gilt für die Verbindung Genf und Paris. Richtung Stuttgart und München verstärkt die SBB die Züge der Deutschen Bahn mit zusätzlichen SBB-Waggons.

Am Wochenende war der Ansturm auf die Züge riesig. Die SBB öffnete wo nötig alle Schalter und setzte Kundenberater ein. Insgesamt waren über 100 zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz. (meg)

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