Über 200 Ausbildungsplätze nicht besetzt: Hunderte freie Lehrstellen und keine Bewerber
Aktualisiert

Über 200 Ausbildungsplätze nicht besetztHunderte freie Lehrstellen und keine Bewerber

Von wegen zu wenig Lehrstellen: Einige Handwerksberufe kämpfen um Auszubildende, doch viele Jugendliche rümpfen nur die Nase.

von
Nina Jecker

«Wir suchen verzweifelt Lehrlinge», so Monika Sigrist vom Gebäudetechnikverband Suissetec Bern. Über 200 Ausbildungsplätze in den Berufen Spengler, Sanitär, Heizungsinstallateur und Haustechniker konnten heuer im Kanton nicht besetzt werden – trotz der Wirtschaftskrise. «Das Interesse geht gegen null», sagt Sigrist.

Den Grund kennt Franz Kaufmann vom Lehrstellenzentrum ALP Grauholz: «Auf der Wunschliste stehen Ausbildungen im Büro oder im ­Detailhandel.» Über andere Berufe wüssten viele gar nicht Bescheid.

Eine Eventreihe soll nun Abhilfe schaffen: Ab dem 19. Oktober stellt Suissetec an fünf Standorten die Berufe der Gebäudetechnik und ihre Karrierechancen vor. «Es sind keine Endstationen, viele Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten warten», so Sigrist. Vorzeigebeispiel ist Spengler Jürg Kühni (20) aus Langnau. Im September holte er den Berufs-WM-Titel in Kanada. Sein Motto: «Gas ­geben und weit kommen.» Um auch andere Junge zu begeistern, lockt der Suissetec-Anlass mit einem Live-Rap und dem Fernsehmoderator Marco Fritsche.

Kaufmann rät zur Teilnahme: «Seid nicht zu wählerisch und gebt verschiedenen Berufen eine Chance!» Anmelden: www.suissetecbern.ch

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