Falsche Pässe in Italien: Hunderte Fussballer illegal eingebürgert?

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Falsche Pässe in ItalienHunderte Fussballer illegal eingebürgert?

In Italien wurden in den letzten sieben Jahren offenbar unzählige Fussballer illegal eingebürgert. Die Polizei ermittelt nun gegen Spielervermittler und Beamte wegen Bestechung und Fälschung von Dokumenten.

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pre
Wieder sorgt eine Strafuntersuchung rund um den italienischen Fussball für Aufruhr. (Bild: Keystone)

Wieder sorgt eine Strafuntersuchung rund um den italienischen Fussball für Aufruhr. (Bild: Keystone)

Jedes Jahr kommen unzählige ausländische Fussballer nach Italien, um ihr Glück auf dem fussball-verrückten Stiefel zu versuchen. Das Ziel ist klar: Der Sprung in die Serie A. Der Weg in Italiens höchste Spielklasse ist allerdings steinig, vor allem für «Nicht-EU-Ausländer». Nur zwei sind pro Klub spielberechtigt. Die Lösung: «Nicht-EU-Ausländer» einbürgern. Die Nationalspieler Thiago Motta, Amauri, Cristian Daniel Ledesma, Mario Balotelli oder Pablo Osvaldo sind dabei die berühmtesten Fälle.

Doch offenbar ist es nicht bei allen Einbürgerungen mit rechten Dingen zugegangen. Gemäss «Tuttosport» haben in den letzten sieben Jahren hunderte von Fussball-Profis, meist aus Argentinien oder Brasilien, illegal die italienische Staatsbürgerschaft erhalten.

Auch Fussballer aus der Serie A sollen betroffen sein. Die italienische Polizei hat Ermittlungen gegen 34 Personen wegen Bestechung und Fälschung von Dokumenten eingeleitet. Betroffen sind Spielervermittler sowie Beamte aus den norditalienischen Städten Fermo und Porto San Giorgio.

Spielervermittler als Drahtzieher

So soll sich das Ganze jeweils abgespielt haben: Die Spielervermittler holen ein hoffnungsvolles Talent aus Südamerika und parkieren es bei einem unterklassigen Verein. Hat sich der Spieler bewährt, wird seine Einbürgerung vorangetrieben.

Dabei sollen die Spielervermittler die Beamten bestochen haben, um Dokumente zu fälschen, welche die italienische Abstammung der jungen Fussballer beweisen sollten. Mit einer italienischen Urgrossmutter wird man in Italien deutlich schneller eingebürgert. Danach wurden die Spieler schliesslich zu grösseren Klubs transferiert.

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