Solidaritätsbekundung: Nationalrätin Flavia Wasserfallen schneidet sich an Iran-Demo Haare ab

SolidaritätsbekundungNationalrätin Flavia Wasserfallen schneidet sich an Iran-Demo Haare ab

Ausgelöst durch den Tod von Mahsa Amini gehen Menschen in Bern auf die Strasse, um gegen das iranische Regime zu demonstrieren. Alles dazu bei 20 Minuten im Ticker.

von
Michelle Ineichen
Hüseyn Aydemir

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Samstag, 05.11.2022

Die Demonstration löst sich auf

Die Demonstration neigt sich nun dem Ende zu. Die Leute machen sich auf den Nachhauseweg.

«Ich wünsche, dass sich die Schweiz genauso für uns einsetzt, wie für die Ukraine.»

«Ich habe Angst um meine Familie, die im Iran lebt», sagt die 23-jährige Yasmin. Sie stehe jeden Tag mit ihnen im Kontakt, um sicherzugehen dass es ihnen gut gehe.

Von der Schweiz verlangt sie die Übernahme der EU-Sanktionen gegen das iranische Regime: «Ich wünsche, dass sich die Schweiz genauso für uns einsetzt, wie sie es für die Ukraine tut.»

«Das Regime wird fallen»

Die gebürtige Iranerin Awin Tavakoli, reiste aus Zürich an, um auf dem Bundesplatz zu demonstrieren. «Wir Iranerinnen und Iraner im Ausland tragen eine grosse Verantwortung, weil wir die Stimme unserer Landsleute sind«, so die 46-Jährige. »Die Menschen dort riskieren jeden Tag ihre Freiheit. Wir müssen unser Bestes tun, ihnen von hier aus zu helfen.« Sie zeigt sich jedoch zuversichtlich: «das Regime wird fallen. auch wenn viele weitere Menschen dafür sterben müssen.»

Nationalrat Cédric Wermuth auf der Bühne

Nun spricht Grünen-Nationalrätin Natalie Imboden

Cédric Wermuth im Interview

»Wir sind heute hier um zu zeigen, dass wir hinschauen und die Menschen im Iran unterstützen», sagt SP-Co-Präsident und Nationalrat Cédric Wermuth gegenüber 20 Minuten. «Wir verlangen, dass der Bundesrat die EU-Sanktionen mitträgt. Das Regime soll keinen Zugang zur internationalen Gemeinschaft haben.»

Es sei extrem beeindruckend, wie mutig die Leute im Land demonstrieren. «Die Wut ist grösser, als die Angst auf die Strasse zu gehen.»

Auf dem Bundesplatz versammeln sich immer mehr Menschen

Flavia Wasserfallen im Interview

SP- Nationalrätin Flavia Wasserfallen, die sich auf der Bühne die Haare aus Solidarität abschnitt, sagt gegenüber 20 Minuten: «Meine Gedanken sind bei den mutigen Menschen im Iran, die im Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung ihr Leben riskieren.» Auch die Schweiz müsse sich solidarisch zeigen: «Wir müssen die EU-Sanktionen unbedingt übernehmen.»

Rund 1000 Leute auf dem Bundesplatz

Laut einem Reporter vor Ort haben sich auf dem Berner Bundesplatz rund 1000 Leute versammelt, um gegen das iranische Regime zu demonstrieren.

Nun spricht Nationalrätin Marianne Binder-Keller (Mitte)

Solidaritätsbekundung

Auch Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan schnitt sich vor zwei Wochen auf einer Iran-Demo die Haare ab.

Flavia Wasserfallen schneidet sich aus Solidarität die Haare ab

Nach ihrer Ansprache schneidet sich Nationalrätin Flavia Wasserfallen aus Solidarität mit den Frauen im Iran die Haare auf der Bühne ab.

Bereits 314 Todesopfer im Kampf gegen das Regime der Mullahs

Der Blutzoll im Kampf gegen das islamistische Regime im Iran wird immer höher: Bei den landesweiten Protesten im Iran sind nach Einschätzungen von Menschenrechtlern mindestens 314 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch 47 Minderjährige und 38 Sicherheitskräfte, berichtete die Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) mit Sitz in den USA am Samstag. Mehr als 14’000 Menschen seien zudem festgenommen worden. Die Proteste erfassten seit Beginn Mitte September demnach mehr als 130 Städte im Land.

Erste Demonstrierende versammeln sich auf dem Bundesplatz

Wie unsere Reporter vor Ort berichten, treffen nun die ersten Protestierenden ein. Es sollen sich bislang rund 150 Menschen versammelt haben.

Cédric Wermuth und Flavia Wasserfallen werden sprechen

Die bewilligte Demonstration soll am Samstag um 14:30 Uhr auf dem Berner Bundesplatz starten. Es werden mehrere Hundert Teilnehmende erwartet. SP-Co-Präsident und Nationalrat Cédric Wermuth, Nationalrätin und potentielle Bundesratskandidatin Flavia Wasserfallen (SP) und Nationalrätin Marianne Binder-Keller (Mitte) sollen sprechen.

Laut Lena Zurbuchen, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, hat die Polizei Kenntnis von der Demonstration und wird vor Ort sein. «Wir werden die Situation laufend beobachten.»

Im September führte der Tod von Mahsa Amini im Iran zu Empörung und Trauer. Sie soll wegen ihres «unislamischen» Outfits festgenommen worden sein und starb in Polizeigewahrsam. Auch in der Schweiz kam es deswegen zu Protestbewegungen. Vor kurzem entschied sich der Bundesrat, sich den EU-Sanktionen gegen den Iran wegen der Lieferung von Drohnen nach Russland anzuschliessen. Nicht übernommen hat die Schweiz jedoch die EU-Sanktionen aufgrund der Proteste und Menschenrechtsverletzungen im Land. Dieser Entscheid rief Kritik hervor.