St. Galler Justiz: Hunderte gingen Betrügern auf den Leim

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St. Galler JustizHunderte gingen Betrügern auf den Leim

Betrugsfälle mit Hunderten Geschädigten nehmen zu. Die St. Galler Ermittler müssen sich durch riesige Datensätze wühlen.

von
upz
Staatsanwalt Adrian Pfeiffer: «Betrugsfälle im Immobilien- und Anlagenbereich mit hunderten Geschädigten haben stark zugenommen.» (Bild: upz)

Staatsanwalt Adrian Pfeiffer: «Betrugsfälle im Immobilien- und Anlagenbereich mit hunderten Geschädigten haben stark zugenommen.» (Bild: upz)

Die Abteilung Wirtschaftsdelikte der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen ermittelt derzeit in mehreren grossen Fällen: So erschlichen zum Beispiel 55 Beschuldigte insgesamt 136 Hypothekarkredite bei Banken und Versicherungen; die Schadenssumme beträgt über 70 Millionen Franken. Auch sind mehrere Fälle hängig, bei denen Anleger mit dem Versprechen von fantastischen Renditen jenseits der 20-Prozent-Grenze gelockt und abgezockt wurden.

In einem Fall gingen den Betrügern über 1000 Personen auf den Leim. «Solche Strafverfahren mit mehreren Beschuldigten und hunderten Geschädigten im In- und Ausland haben stark zugenommen», sagt Adrian Pfeiffer, Staatsanwalt für Wirtschaftsdelikte im Kanton St. Gallen. Die Ermittlungen seien extrem aufwändig: «Wir müssen riesige Datensätze beschaffen und auswerten», so Pfeiffer. Ein solcher Fall könne einen Staatsanwalt jahrelang beschäftigen, die Gerichtsverfahren dauern teils mehrere Wochen.

Betrug verbreitet sich rascher

Die Gründe für die Zunahme sieht Pfeiffer in modernen Kommunikationsmitteln: «Dank dem Internet können Betrüger viel schneller mehr Leute erreichen. Die Angebote verbreiten sich so im Schneeballsystem.» Zudem hätten durch die Personenfreizügigkeit Betrüger aus dem Ausland die Schweiz als Spielfeld entdeckt. Trotz steigender Fallzahlen sei die Abteilung Wirtschaftsdelikte aber gut aufgestellt. Pfeiffer: «Ermittlungen, die länger als drei Jahre dauern, sollten eine Ausnahme bleiben.»

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