Aktualisiert 08.12.2008 13:18

FrankreichHunderte Gräber muslimischer Soldaten in Frankreich geschändet

In Nordfrankreich haben Unbekannte aus Anlass des islamischen Opferfestes hunderte Gräber von Muslimen auf einem Militärfriedhof geschändet.

Die Grabstätten auf dem Friedhof Notre-Dame de Lorette bei Arras seien anti-muslimische Parolen gesprüht worden, teilte die Polizei am Montag mit. Es ist bereits die zweite Schändung muslimischer Gräber auf dem Friedhof in zwei Jahren.

Staatschef Nicolas Sarkozy erklärte, die Tat sei «Ausdruck eines Abscheu erregenden Rassismus gegen die muslimische Gemeinschaft». In Frankreich leben rund fünf Millionen Muslime.

Auf dem Friedhof sind vor allem Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg begraben. Insgesamt liegen dort 40 000 Soldaten begraben. In dem für Muslime reservierten Bereich gibt es 576 Grabstätten, die nach Mekka ausgerichtet sind.

Das islamische Opferfest ist Höhepunkt und Abschluss der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka. Muslime in aller Welt feiern es mit der rituellen Tötung von Tieren, meist Schafen.

Es erinnert an das Opfer Ibrahims (Abrahams), der auf Befehl Gottes seinen ältesten Sohn opfern sollte. Als dieser sich anschickte zu gehorchen, gebot ihm Gott Einhalt. Ibrahim opferte darauf statt seines Sohnes ein Schaf.

(sda)

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