Hunderte Israelische Soldaten marschieren in Gaza-Stadt ein
Aktualisiert

Hunderte Israelische Soldaten marschieren in Gaza-Stadt ein

Die israelische Armee ist in der Nacht auf heute mit hunderten Soldaten in Gaza eingerückt. Am Mittag hat die Hamas zu einem Waffenstillstand aufgerufen.

Knapp zwei Wochen nach Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen hat die Hamas-Regierung zum Waffenstillstand aufgerufen. «Wenn wir aus der gegenwärtigen Krise herauskommen wollen, müssen wir zur Ruhe zurückfinden, und zwar auf der Basis einer beiderseitigen Einstellung aller Militäroperationen», erklärte der palästinensische Kabinettssprecher Ghasi Hamad in Gaza. Dies sei die ausdrückliche Position von Ministerpräsident Ismail Hanija, fügte Hamad hinzu.

Im Rahmen der Aktionen zur Befreiung des Soldaten Gilat Schalid hat die israelische Armee ihre Offensive im Gazastreifen ausgeweitet. Die Armee rückte in der Nacht zu Samstag mit hunderten Soldaten in Gaza-Stadt ein.

Augenzeugen und palästinensische Sicherheitskräfte berichteten, Panzerfahrzeuge und Helikopter hätten das Feuer eröffnet, mindestens ein Palästinenser sei getötet worden.

Die Soldaten drangen von Osten her in Gaza-Stadt ein, wie die Augenzeugen und Sicherheitskräfte berichteten. Zwischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern sei es zu Schusswechseln gekommen. Nach Krankenhausangaben wurde mindestens ein Palästinenser getötet. Das Geschoss eines Panzerfahrzeugs traf ein Haus, dabei seien mindestens zwei Palästinenser verletzt worden.

Die Truppen seien bei dem Ort Dschahar el Dik rund zwanzig Kilometer weit in palästinensisches Gebiet vorgedrungen und bewegten sich in Richtung der früheren jüdischen Siedlung Netzarim östlich von Gaza-Stadt, berichteten die Augenzeugen und Sicherheitskräfte weiter.

Ein Konvoi von Autos und einem Bus mit 150 Palästinensern, die US-Pässe hatten, versuchten mit Hilfe von US-Diplomaten, Gaza in Richtung Kontrollpunkt Eres zu verlassen.

Widersprüchliches aus Jerusalem

Israels Innenminister Roni Bar-On schloss Verhandlungen mit der radikalislamischen Hamas über einen Austausch palästinensischer Gefangener gegen Schalit aus. Darin sei er sich in einem am Abend mit Regierungschef Ehud Olmert geführten Gespräch einig gewesen, sagte der Innenminister am Freitag im israelischen Fernsehen.

Mit dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, habe es einst Möglichkeiten für Gespräche über einen Gefangenenenaustausch gegeben. Mit der Hamas gebe es diese Möglichkeiten jedoch nicht, fügte Bar-On hinzu.

Nur wenige Stunden zuvor hatte der Minister für innere Sicherheit, Avi Dichter, laut Online-Ausgabe der Zeitung «Jediot Ahronot» gesagt: «Wenn Israel Gefangene freilassen soll, um seinen Soldaten zurückzubekommen, wird es das tun». (sda)

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