Neue Sortieranlage: Hunderte Pöstler bald arbeitslos?
Aktualisiert

Neue SortieranlageHunderte Pöstler bald arbeitslos?

Die Post will neue Maschinen anschaffen, die anstelle der Pöstler die Briefe
sortieren. Die Gewerkschaften befürchten, dass damit jeder fünfte Briefträger seine Stelle verlieren könnte.

von
jcg

Der bisher geheim gehaltene Name des Projekts: «Distrinova». Die Post will damit die Logistik beim Briefverkehr straffen. Grösstes Potenzial sieht die Post bei der Einführung der sogenannten Gangfolgesortierung. Dank dieser neuen High-Tech-Maschinen fällt das manuelle Sortieren durch die Briefträger grösstenteils weg. Eine einzige dieser Maschinen kostet mehrere Millionen Franken.

Bis zu 60 Maschinen ausgeschrieben

Wie Recherchen der Nachrichtensendeung «10vor10» des Schweizer Fernsehens zeigen, hat die Post den Auftrag für die Beschaffung von 20 bis 60 solcher Maschinen bereits ausgeschrieben, und zwar am Freitag, 5. Februar 2010. Post-Sprecher Oliver Flüeler sagt gegenüber «10vor10»: «20 bis 60 solcher Maschinen ist das Gesamtvolumen, das theoretisch umsetzbar wäre.» Der Kaufentscheid sei noch nicht definitiv gefallen.

Abbau von bis zu 3400 Stellen?

Die Ausschreibung enthält Zündstoff. Selbst die Gewerkschaft Kommunikation war darüber nicht orientiert. «Es ist eine Sauerei, dass die Post die Sozialpartner über einen solchen Grossauftrag nicht informiert», sagt Fritz Gurtner von der Gewerkschaft Kommunikation in der Sendung «10 vor 10».

Laut der Gewerkschaft lässt sich mit den neuen Sortiermaschinen jede fünfte Arbeitsstunde der Briefträger einsparen. «Kommen diese Maschinen flächendeckend zum Einsatz, so sind bis zu 3400 Arbeitsplätze von Briefträgern gefährdet», so Gurtner.

Deine Meinung