USA: Hunderte Randalierer stürmen Shopping-Malls
Aktualisiert

USAHunderte Randalierer stürmen Shopping-Malls

In über einem Dutzend Shopping-Malls kam es zu Massenschlägereien unter Jugendlichen. Gelangweilte Kids verabredeten sich dafür über die sozialen Medien.

von
sut

Das Video zeigt, wie junge Randalierer die Shopping-Center stürmen und sich prügeln.

Wie ein Lauffeuer haben sich Anfang Woche in grossen Shopping-Centern der USA Schlägereien unter Teenagern verbreitet. Zu gewalttätigem Rabatz kam es in mindestens 15 US-Gliedstaaten. Die jugendlichen Rabauken organisierten sich zumeist über Social Media.

Am Dienstagabend war Philadelphia an der Reihe. Mobilisiert durch Mitteilungen auf Snapchat trafen etwa 200 Teens nach 18 Uhr in der Philadelphia Mills Mall ein. Wie die «Washington Post» via «Philadelphia Enquirer» berichtete, kamen die meisten per Bus an.

Verhaftungen

Doch nur 30 bis 40 schafften es, in die Mall einzudringen. «Sie gingen zum Food Court und begannen, herumzurennen, zu schreien und sich ordnungswidrig zu verhalten», sagte Chief Inspector Scott Small von der Polizei von Philadelphia zu der Lokalzeitung. Mindestens drei Teenager seien verhaftet worden.

Die Szene in Philadelphia war ein blosses Nachbeben nach den Erschütterungen vom Vortag. Die «New York Times» verglich die Horden randalierender Teenager mit Tornados. Sie zählte am Montag mindestens ein Dutzend Episoden von «Mall Mayhem» (Mall-Chaos). Laut «Times» fanden zwei in Connecticut statt, drei in Tennessee und weitere in Pennsylvania, North Carolina, Illinois, Ohio, Arizona, New Jersey, Indiana, Colorado und Texas.

Langeweile als Grund?

Auf Long Island in New York brach in der Roosevelt Field Mall eine Schlägerei aus, nachdem ein Knall fälschlicherweise als Schuss interpretiert worden war. Ein ähnlicher Verdacht rief in Fort Worth, Texas, eine SWAT-Sondereinsatztruppe auf den Plan. Doch niemand wurde verhaftet.

Auf die Frage nach den Ursachen der Unruhen verweisen Polizeichefs wie Gary Haba aus Beachwood, Ohio, auf Langeweile. Die Jugendlichen hätten über die Feiertage Ferien und damit viel Zeit, in den Shopping Malls Unfrieden zu stiften, sagte Haba zur «Times». «Ich glaube nicht, dass ein Doktor Evil irgendwo in einem Sessel sitzt und diese Ereignisse orchestriert.» In Beachwood brauchten die Cops eine Stunde, um schätzungsweise 500 Jugendliche zu fangen und nach draussen zu spedieren.

Kennzeichen von «Flash Mobs»

Der Tag nach Weihnachten – in England sinnigerweise «Boxing Day» genannt – ist einer der beliebtesten Shopping-Tage des Jahres. Unzählige Amerikaner strömen in die Geschäfte, um im Ausverkauf Schnäppchen zu finden oder unerwünschte Geschenke umzutauschen. Schon in den vergangenen Jahren kam es am 26. Dezember zu vereinzelten Schlägereien in Malls.

Die Behörden gehen davon aus, dass dieses Jahr das warme Wetter zu verstärkter Unruhestiftung einlud. Daneben hätten die Randalen Kennzeichen von «Flash Mobs», die sich über die sozialen Medien leicht organisieren liessen, schreibt die «Times».

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