Ostukraine: Hunderte Rebellen greifen Grenzschutz an

Aktualisiert

OstukraineHunderte Rebellen greifen Grenzschutz an

In Lugansk haben am frühen Montagmorgen bewaffnete Separatisten ein Lager des ukrainischen Grenzschutzes attackiert. Bei dem Schusswechsel gab es mehrere Verletzte.

Im Osten der Ukraine sind am Montag wieder heftige Gefechte zwischen prorussischen Milizen und Truppen der Regierung aufgeflammt. Mehrere hundert bewaffnete Separatisten griffen ein Lager des ukrainischen Grenzschutzes in Lugansk an und lieferten sich über Stunden hinweg einen Schusswechsel mit Soldaten. Diese forderten Luftunterstützung an, doch auch ein Kampfflugzeug konnten die Angreifer zunächst nicht zurückdrängen, wie ein Sprecher des Grenzschutzes der Nachrichtenagentur AP sagte.

Mindestens fünf der Angreifer wurden demnach getötet und acht verletzt. Verwundet wurden auch sieben Soldaten, drei davon schwer.

Zunächst hatten in den frühen Morgenstunden etwa 100 bewaffnete Aufständische das Lager in Lugansk an der russischen Grenze attackiert. Deren Zahl sei im Lauf des Gefechts auf etwa 400 angewachsen, sagte Grenzschutz-Sprecher Sergej Astachow.

OSZE verliert Kontakt zu weiteren Mitarbeitern in Ostukraine

Auch in Slowjansk, einer Hochburg des prorussischen Aufstands, kam es am Montag zu einem Angriff von Rebellen, wie der Pressebeauftragte für den ukrainischen Militäreinsatz im Osten der Ukraine, Wladislaw Selesnjow, sagte. Die Aufständischen hätten dort einen Kontrollposten der Regierungstruppen attackiert und zudem mehrere Elektrizitätswerke vermint und mit ihrer Sprengung gedroht, sollte die Regierung weiter vordringen.

Ukraine bezeichnet Putin-Aufruf zu Referendum als "Heiße Luft"

Das Grenzschutzlager in Lugansk ist laut Selesnjow ein für die Koordination der Grenzschutzsoldaten in der ganzen Provinz wichtiger Knotenpunkt. Der Angriff könnte demnach ein Versuch gewesen sein, die Kommunikation zwischen ihnen zu unterbrechen.

Zunahme der Gewalt nach Wahl von Poroschenko

Die Gewalt zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungskräften hat seit vergangener Woche deutlich zugenommen. Nach der Wahl des neuen ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko hatten Aufständische versucht, den Flughafen von Donezk zu besetzen. Das ukrainische Militär reagierte mit Luftangriffen und geht seither strikt gegen die Separatisten vor.

Kiew vermutet, dass Russland die abspalterischen Tendenzen in der Region schürt. Immer wieder hatte die dortige Übergangsregierung auch die Befürchtung geäussert, russische Truppen könnten in der Ostukraine einmarschieren und sie nach dem Vorbild der Krim annektieren. Moskau zog zuletzt allerdings einen Teil seiner Soldaten aus der Grenzregion ab, die dort an einem Militärmanöver teilnahmen, und trug damit zu einer leichten Entspannung zwischen den beiden Nachbarländern bei.

Am Montag kündigte das Verteidigungsministerium in Moskau allerdings eine neue Militärübung an, bei der auch hochpräzise Boden-Boden-Raketen vom Typ Iskander eingesetzt werden sollen. Wo das Manöver genau abgehalten werden soll, gab die Regierung nicht bekannt. Auch die Situation in der Ukraine wurde in der Erklärung des Ministeriums nicht angesprochen.

(sda)

Russland bestätigt erste Gas-Zahlung der Ukraine

Im erbitterten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat Moskau den Eingang einer ersten Tranche aus Kiew bestätigt.

Der ukrainische Versorger Naftogas habe einen Abschlag von 786,366 Millionen US-Dollar (etwa 703,389 Millionen Franken) zur Begleichung alter Gasschulden überwiesen.

Dies teilte das Energieministerium in Moskau am Montag der Agentur Interfax zufolge mit. Russland beziffert die ukrainischen Schulden auf insgesamt 5,2 Milliarden US-Dollar und droht damit, den Gashahn zuzudrehen. An diesem Montag ist in Brüssel eine neue Verhandlungsrunde geplant. (SDA)

Deine Meinung