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Dolder Waldhaus ZürichHunderte stehen Schlange für Seeblick-Schnäppchen

Das Interesse an den temporären Wohnungen im Dolder Waldhaus ist riesig – das zeigt der erste Besichtigungstermin. Gewissen Besuchern ist die Ausstattung allerdings zu schäbig.

von
wed

So sehen die Schnäppchen-Wohnungen am Züriberg aus.

Einzigartiger Blick auf See und Stadt, idyllische Lage mit Vogelgezwitscher und hinter dem Haus fahren die teuren Autos in Richtung Dolder Grand Hotel und Golfplatz – bereits ab rund 300 Franken kann man ab dem 1. Juli bis Ende 2019 in den ehemaligen Räumen des Dolder Waldhaus Hotels am noblen Züriberg wohnen. Grund dafür ist ein Rekurs, der den Abbruch und Neubau des einstigen 4-Sterne-Hauses blockiert.

Das Angebot stösst auf ein grosses Echo. Hunderte Personen warteten am Samstagmorgen darauf, dass sich die Türen zum ersten Besichtigungstermin öffneten. Und bereits zuvor waren beim für die Zwischennutzung zuständigen Projekt Interim mehrere Hundert Bewerbungen für die rund 100 Wohnungen eingegangen, wie Sprecher Lukas Amacher sagt: «Wir werden frühstens am Donnerstag damit beginnen, die Bewerbungen auszusortieren.» Zuvor findet am Mittwoch von 17 bis 19 Uhr nochmals ein Besichtigungstermin statt.

«Die Wohnungen sind für diesen Preis perfekt»

Die Besucher am Samstagmittag waren bunt durchmischt – hauptsächlich aber junge Studenten. So auch Thibault White, der sich gleich für mehrere Wohnungen bewerben will: «Die Aussicht ist sehr schön und auch die Wohnungen sind für diesen Preis eigentlich perfekt.»

Die ETH-Studenten Rafael Fröhlich und Vincenz Münger wollen sich für die 4- oder die einzige 5-Zimmer-Wohnungen für eine WG bewerben. «Mathematisch stehen unsere Chancen wahrscheinlich nicht zum Besten, aber wir hoffen trotzdem, dass wir mit unserem Charme etwas bewirken können», sagt Münger.

«Einzugstermin zu kurzfristig»

Es gibt aber nicht nur positive Stimmen zu hören bei den Besuchern: «Klar, kann man sich bei diesen Preisen nicht beschweren, aber die Ausstattung vieler Zimmer lässt schon viel zu wünschen übrig und einige Räume sind schon sehr heruntergekommen – zudem ist der Einzugstermin 1. Juli kurzfristig», sagt beispielsweise ein junger Mann in der Empfangshalle. Er wird sich jedenfalls nicht bewerben. Sein Kollege ist gleicher Meinung, sagt aber: «Wahrscheinlich sitzt du dann aber auf dem Balkon, mit dieser grandiosen Aussicht, und all diese kleinen Mängel verlieren an Bedeutung.»

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