Aktualisiert 05.06.2011 18:08

Hunderte Studis drängten gestern in die ZB

Erstmals ist die Zentralbibliothek Zürich zum Semesterende auch am Sonntag für lernende Studenten offen. Selbst die Verantwortlichen staunen über den Ansturm.

von
Roman Hodel
Als gäbe es etwas gratis: Andrang gestern um 9 Uhr vor der ZB. Foto: rom

Als gäbe es etwas gratis: Andrang gestern um 9 Uhr vor der ZB. Foto: rom

Anstehen wie vor einem Konzert – und das bloss, um in Ruhe lernen zu können: Schon eine halbe Stunde vor der Türöffnung gestern um 9 Uhr ­bildeten sich vor der Zentral­bibliothek Zürich (ZB) lange Warteschlangen. «Wer einen guten Lernplatz will, muss eben früh raus», sagt Wirtschaftsstudentin Nadine (25). Erstmals überhaupt sind die Lesesäle der ZB zum Semesterende auch am Sonntag offen. «Das Bedürfnis ist noch grösser als vermutet und die über 600 Lernplätze sind im Nu besetzt», sagt Oliver Thiele, Leiter Benutzung. Bereits macht ein Plakat darauf aufmerksam, keine Lernplätze zu reservieren. «Es gab Reklamationen, weil manche offenbar Plätze sicherten für Kollegen, die dann erst Stunden später auftauchten.» Künftig stellt die ZB ihre Lernsäle jeweils zu den Semesterenden an rund vier Sonntagen zur Verfügung – Bücher kann man aber keine ausleihen. «Dafür würden wir mehr Budget benötigen», so Thiele. «Es wäre grossartig, wenn die ZB eines Tages ganzjährig am Sonntag für die Benützer da sein könnte – inklusive Ausleihe.»

Berufsmaturandin Linda (21) ist schon mit der jetzigen Angebotserweiterung zufrieden: «Ich finde die Idee super.» Sie wisse von Studentinnen, die gerade montags Prüfungen verhauen hätten, weil es bislang nicht möglich gewesen sei, sonntags in Lesesälen zu lernen. «Die Ablenkungsgefahr ist in der ZB einfach kleiner als daheim», sagt Wirtschaftsstudent Sascha (21). «Zumal es mit dem French-Open-Final Federer – Nadal diesmal besonders kritisch geworden wäre.»

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