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Fatale VerwechslungHunderte Vergiftungen durch Waschmittelkapseln

700 Kinder haben sich in den USA mit Waschmittel-Kapseln vergiftet. Ein Kind starb und 30 fielen ins Koma. Sie hielten die farbigen Kapseln für Spielzeug oder Bonbons.

von
bat
Waschkapseln für die Waschmaschine sind für Kinder besonders gefährlich. Denn das hochkonzentrierte Waschmittel in ihnen kann schwere Vergiftungen verursachen.

Waschkapseln für die Waschmaschine sind für Kinder besonders gefährlich. Denn das hochkonzentrierte Waschmittel in ihnen kann schwere Vergiftungen verursachen.

Waschmittelkapseln sind praktisch – und äusserst gefährlich. Wie eine Untersuchung zeigt, landeten in den USA in den vergangenen zwei Jahren über 700 Kinder wegen Vergiftung durch die Kapseln in Spitälern. Laut amerikanischen Vergiftungszentren sind vor allem Kinder unter 6 Jahren betroffen. Die Folgen der Vergiftungen können dramatisch sein: Ein Kind starb, 144 hatten Verätzungen der Augen, 30 fielen ins Koma und 12 hatten Krampfanfälle.

Während laut den Vergiftungszentren die normalen Waschmittel nach versehentlicher Einnahme leichte Bauchschmerzen verursachen, sind Waschmittel-Kapseln weitaus gefährlicher. Denn in ihnen ist das Waschmittel stark konzentriert.

Über 17'000 Anrufe

Eines der Opfer war die neun Monate alte Tochter von Jessica Morin aus Houston. Irrtümlicherweise hielt die Grossmutter die Waschmaschinen-Kapsel für Kau-Spielzeug. Als die Mutter den Irrtum bemerkte, habe sie sofort die Vergiftungszentrale angerufen. Diese hat der Mutter geraten, das Kleinkind sofort in die Notaufnahme zu bringen. Dort konnte der Arzt keine Schäden feststellen, obwohl sich das Kind ständig übergeben musste. «Wir hatten enormes Glück», sagt Morin. «Wir haben diese Kapseln nun nicht mehr im Haus.»

Insgesamt haben die Vergiftungszentren laut der Untersuchung 17'230 Anrufe besorgter Eltern wegen Zwischenfällen mit Waschkapseln innerhalb von zwei Jahren bekommen. Gary Smith, Arzt und Verantwortlicher der Studie, habe selber zwei Kinder wegen Vergiftung behandeln müssen. Sie hätten Atembeschwerden gehabt und auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Die Amerikanische Verbraucherschutzbehörde rät Eltern, die Kapseln an einem geschützten Ort aufzubewahren. Denn viele Eltern seien sich der Risiken nicht bewusst.

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