13.08.2020 08:56

CoronakriseHunderte von Airbnb-Wohnungen sind verschwunden

Die Airbnb-Angebote in den Kantonen Zürich, Genf und Basel sind um fast 20 Prozent zurückgegangen. Viele Wohnungen sind wieder zu Langfristmietwohnungen geworden.

1 / 3
Die Coronakrise wirkt sich auf Airbnb-Angebote aus.

Die Coronakrise wirkt sich auf Airbnb-Angebote aus.

KEYSTONE
Insgesamt seien in den städtischen Kantonen Zürich, Genf und Basel fast 20 Prozent aller Airbnb-Angebote innert Jahresfrist verschwunden, heisst es in der am Donnerstag von der Raiffeisen-Gruppe veröffentlichten Studie «Immobilien Schweiz».

Insgesamt seien in den städtischen Kantonen Zürich, Genf und Basel fast 20 Prozent aller Airbnb-Angebote innert Jahresfrist verschwunden, heisst es in der am Donnerstag von der Raiffeisen-Gruppe veröffentlichten Studie «Immobilien Schweiz».

KEYSTONE
Damit seien in Zürich über 500, in Genf über 400 und in Basel über 250 ehemalige Airbnb-Wohnungen wieder zu Langfristmietwohnungen geworden, so die Rechnung der Raiffeisen-Ökonomen.

Damit seien in Zürich über 500, in Genf über 400 und in Basel über 250 ehemalige Airbnb-Wohnungen wieder zu Langfristmietwohnungen geworden, so die Rechnung der Raiffeisen-Ökonomen.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Wegen der Coronakrise sind viele Airbnb-Wohnungen wieder zu Mietwohnungen umgewandelt worden.
  • In den Kantonen Zürich, Genf und Basel beträgt der Rückgang rund 20 Prozent.
  • Bankökonomen rechnen damit, dass spätestens nächstes Jahr eine «Rekord-Leerstandsquote» erreicht wird.

Die Anbieter von Airbnb-Wohnungen sind von der Coronakrise hart getroffen worden. In den grossen Städten dürften laut einer Immobilienstudie bereits hunderte von Wohnungen wieder zu Mietwohnungen umgewandelt worden sein.

Insgesamt seien in den städtischen Kantonen Zürich, Genf und Basel fast 20 Prozent aller Airbnb-Angebote innert Jahresfrist verschwunden, heisst es in der am Donnerstag von der Raiffeisen-Gruppe veröffentlichten Studie «Immobilien Schweiz». Damit seien in Zürich über 500, in Genf über 400 und in Basel über 250 ehemalige Airbnb-Wohnungen wieder zu Langfristmietwohnungen geworden, so die Rechnung der Raiffeisen-Ökonomen.

Überangebot an Mietwohnungen

Die Coronapandemie hat generell ihre Spuren im Mietwohnungsmarkt hinterlassen. Das Überangebot an Wohnungen werde unter anderem wegen eines tiefer ausfallenden Migrationssaldos noch grösser. Das werde sich künftig in weiter steigenden Leerständen zeigen, so die Studie.

Die Bankökonomen rechnen damit, dass die «Rekord-Leerstandsquote» von 1,85 Prozent aus dem Jahr 1998 spätestens im kommenden Jahr übertroffen wird. Die Neumieten sind laut den Angaben im zweiten Quartal um 0,4 Prozent zurückgegangen, die Bestandsmieten haben um 0,2 Prozent zugelegt. Der Druck auf die Neumieten werde weiter zunehmen.

Steigendes Interesse an Wohneigentum

Kaum beeindruckt von der Coronakrise zeigt sich allerdings der Markt für selbstbewohntes Wohneigentum. Weder bei der Anzahl Handänderungen noch bei den Preisen lasse sich in der Schweiz ein schwindendes Interesse am Immobilienbesitz feststellen, heisst es in der Studie. Der grösste Wirtschaftseinbruch seit der Ölkrise von 1973 sei damit bisher praktisch spurlos am Eigenheimmarkt vorbeigegangen

Die Zeit im «Corona-Lockdown» scheine vielmehr ein neues Bewusstsein der Schweizerinnen und Schweizer für die eigene Wohnsituation geschaffen zu haben, meint Raiffeisen. Darauf deute die seit März feststellbare Zunahme der Suchabonnements bei grossen Immobilienportalen hin.

Dazu kommen die weiterhin günstigen Finanzierungskonditionen für Wohneigentum: So sind die Hypothekarzinsen nach einem kurzen Anstieg zu Beginn der Coronapandemie wieder in Richtung ihrer Rekordtiefs gesunken. Auch in Zukunft bleibe Wohneigentum somit äusserst attraktiv, sind die Raiffeisen-Ökonomen überzeugt.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
113 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Oralapostel

14.08.2020, 05:35

Es ist gut, dass auf diesem Portal mal ein bisschen geräumt wird. Die ursprüngliche Idee von Airbnb ist es, bei Privatpersonen zu übernachten und nicht bei kommerziellen Anbietern. Wer also nicht auf die Einnahmen aus den Airbnb-Übernachtungen angewiesen ist passt eher in diese Philosophie. Mit einer Flurbereinigung kommt die Plattform seinem ursprünglichen Zweck wieder näher.

GR

14.08.2020, 04:29

Airbnb, ist ein Übel wie Uber und Co. Private Anbieter die sich an nichts halten müssen, werden über Nacht zu Hotelier. Das ist eine unfaire Konkurrenz und ist an keinen Vorschriften gebunden. Wo bleiben die Kontrolle bei den Airbnb Anbieter?

Joao

13.08.2020, 12:54

Airbnb sollte eine neue Taktik fahren wie Spot a home, die Alternative zu Airbnb. Dort kann man Wohnungen langfristig mieten oder nur kurzfristig für Ferien und man bekommt ein echter Mietvertrag.