Hunderte von Weckern schrillten vor dem Bundeshaus
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Hunderte von Weckern schrillten vor dem Bundeshaus

Gegen 1000 Personen haben am Samstagnachmittag auf dem Bundesplatz in Bern an der Aktion «Wake-up!» gegen neue Atomkraftwerke in der Schweiz teilgenommen.

Um punkt 15.30 Uhr liessen sie hunderte von Weckern schrillen, um so symbolisch eine Energiewende einzuläuten.

Organisiert wurde die Veranstaltung von mehreren Anti-Atom- Organisationen, den Grünen, der CSP und der Jungen Alternativen Bern. Es gehe darum, mit der Veranstaltung aufzurütteln und wachzurütteln, sagte die grüne Berner Nationalrätin Franziska Teuscher.

Die Präsidentin der Grünen Schweiz, Ruth Genner, kündigte heftigen Widerstand gegen allfällige Baugesuche für neue Atomkraftwerke in der Schweiz an. Gegen sie würde das Referendum ergriffen.

Genner kritisierte diejenigen Bundesräte und Parlamentarier, welche Atomkraft als klimaneutral bezeichnen. Atomstrom sei nicht CO2-neutral. Die Hälfte des Atomstroms lasse sich mit besseren Geräten und mehr Effizienz einsparen, die andere Hälfte sei durch erneuerbare Energien ersetzbar. Atomstrom sei das Problem, nicht die Lösung.

Keine sichere Lagerung möglich

Christian van Singer von der Anti-Atom-Organisation «Sortir du nucléaire» wies auf das Lagerungsproblem für atomare Abfälle hin. Sämtliche Versuche, eine sichere Lösung zu finden, seien gescheitert.

Der Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner bezeichnete die Schweiz bezüglich erneuerbare Energien als rückständigstes Land Westeuropas. Österreichs Gewerbe installiere achtmal mehr Sonnenkollektoren als das schweizerische. Nirgendwo sei der «Atomfilz», so Rechsteiner, so dick wie in der Schweiz.

Die Stadtpolizei Bern schätzte die Teilnehmerzahl auf 600 Personen, die Veranstalter auf zwischen 2000 und 3000.

(sda)

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