20.07.2017 03:44

Augenkontakt-ExperimentHunderte wollen Fremden in die Augen starren

Einem Fremden in die Augen schauen – das ist das Ziel des Zurich's Biggest Eye Contact Experiment. Dieses soll gegen Alltagsstress helfen.

von
bec
«Schau mir in die Augen!» Ein Foto vom letzten Augenkontakt-Event auf dem Lindenhof.

«Schau mir in die Augen!» Ein Foto vom letzten Augenkontakt-Event auf dem Lindenhof.

Eine Minute lang einer fremden Person in die Augen schauen, das ist das Ziel des Events Zurich's Biggest Eye Contact Experiment. Ein so einfach klingendes Konzept interessiert mehr als 1800 Menschen auf Facebook. Sie wollen sich am Samstag auf dem Zürcher Lindenhof einer völlig fremden Person gegenübersetzen und Augenkontakt halten.

«Es geht darum, eine andere Art von Erstkontakt aufzunehmen», sagt Janos Horvath, der Organisator des Events. «Sich so intensiv anzuschauen ist etwas, das man sonst normalerweise nicht mit Leuten macht, die man zum ersten Mal trifft», so der 35-Jährige. Viel zu oft seien sie damit beschäftigt, auf das Smartphone zu starren und von einem Ort zum nächsten zu hetzen.

«Ehrliche Verbindung zu einem Fremden eingehen»

Dieser Event setzt auf mehr menschliche Nähe im Alltag: «Beim Augenkontakt können die Leute ganz im Moment sein und eine ehrliche Verbindung zu einem Fremden eingehen», sagt Horvath. Anstatt eine intellektuelle Begegnung zu haben, in der es darum geht, was man schon erreicht hat, könne man so zu einer simplen und tiefgehenden Basis zurückfinden.

Wie sehr das die Leute schätzen, hat der Organisator bereits an anderen Events festgestellt. Neben früheren Augenkontakt-Experimenten organisiert er auch handyfreie Wohnzimmerkonzerte oder Comfort Crusher Challenges. «Die Menschen geniessen es, aus ihren normalen Alltagsroutinen genommen zu werden und zu sagen: An diesem Konzert geht es um die Musik, um das Zuhören und einfach darum, da zu sein», so Horvath.

Grund für Interesse: Stressreduktion ist im Trend

Das grosse Interesse am Augenkontakt-Event erklärt sich Horvath unter anderem mit dem angehenden Trend, mehr auf Entspannung und Stressreduktion zu achten. «Stress ist eines der grössten Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft», so der Organisator. «Ich habe selber erlebt, wie ich dadurch Verspannungen, einen Tinnitus und auch Gallensteine bekommen habe. Das betrifft sehr viele Menschen.»

Zudem sei Achtsamkeit immer mehr ein Thema und so auch das Interesse an Yoga und Meditation. Diese Suche nach dem Abschalten macht laut Horvath auch den Reiz am Zurich's Biggest Eye Contact Experiment aus.

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