Aktualisiert 21.07.2010 07:02

Skyfarming

Hundertfache Reisernte dank Hochhäusern

Die Zukunft der Ernährung liegt nicht im Boden, sondern im Skyfarming. In den Gewächshochhäusern soll dereinst auf 20 Etagen Reis wachsen.

von
rmd
So könnte das Gewächshaus der Zukunft aussehen. (Turm von the vertical farm und Aeroponicssystem Uni Hohenheim)

So könnte das Gewächshaus der Zukunft aussehen. (Turm von the vertical farm und Aeroponicssystem Uni Hohenheim)

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. «2070 leben schätzungsweise 9 Milliarden Menschen auf der Erde, die Hälfte davon in immer grösseren Städten», sagt Joachim Sauerborn, Professor am Institut für Agrarökologie der Uni Hohenheim. Er ist sicher: Ein Ziel­konflikt zwischen Bauland und Ackerfläche ist vorprogrammiert. Die Lösung sieht er in bis zu 50 Meter hohen Gewächshäusern – den Skyfarmen mit 20 bis 30 Etagen. Vor allem für den Reisanbau biete sich diese Lösung an. «Reis verbraucht beim ­Anbau bis zu seiner Ernte fast ein Drittel des vor Ort vorhandenen Frischwassers», so Sauerborn. Ausserdem entsteht das klimawirksame Methan. «Man schätzt, dass bis zu 20 Prozent der weltweiten Methanproduktion auf das Konto des Reis­anbaus gehen. Es drängt sich also auf, die Anbauform zu überdenken», so Sauerborn.

Seine Skyfarm-Lösung baut auf einem Transportband auf. Dieses ist lichtundurchlässig und hat kleine Öffnungen. In jede Öffnung kommt ein keimfreier Reissämling. Die Wurzeln sind unterhalb des Bandes in einem Dunkelraum, die Pflanze selber oben unter optimalen Lichtbedingungen. Das Band zieht die Pflanzen bis zu ihrer Ernte nach rund 120 Tagen langsam durch alle Etagen. Eine zentrale Steuerung sorgt dafür, dass die Wurzeln im Sekundentakt mit der optimalen Nährlösung besprüht werden. Die Vorteile des geschlossenen Systems: Wasser und Nähr­stoffe gehen kaum verloren. «Mit einer 20 Etagen hohen Skyfarm könnten wir im Vergleich zu heute die 100-fache Menge ernten – auf derselben Fläche», so Sauerborn. (rmd/20 Minuten)

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