Aktualisiert 16.02.2005 11:46

Hunderttausende geben Hariri das letzte Geleit

Hunderttausende von Menschen sind am Mittwoch dem Trauerzug des vor zwei Tagen ermordeten ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri durch die Strassen von Beirut gefolgt.

Die Trauernden trugen riesige Porträts des Politikers, der Anfang der Woche bei einem Bombenanschlag in der Stadt ums Leben gekommen war. Neben Hariri wurden dabei 14 weitere Menschen getötet und etwa 100 verletzt.

Der Sarg Hariris wurde am Morgen in einer Prozession von seinem Wohnsitz zur Mohammed-al-Amin-Moschee in die Beiruter Innenstadt gebracht. Dort soll Hariri bei einer privaten Trauerfeier beerdigt werden. Seine Familie hatte einen Staatsakt und eine Beteiligung der Regierung an der Trauerfeier abgelehnt.

Unter den ausländischen Trauergästen waren der US-Nahost- Gesandte William Burns und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa. Auch der französische Staatspräsident Jacques Chirac, ein enger Vertrauter Hariris, war auf dem Weg nach Beirut.

Unterdessen verstärkte sich sich der internationale Druck auf die libanesische Regierung, die Verantwortlichen für den Mordanschlag vom Montag zu ermitteln. US-Aussenministerin Condoleezza Rice warf Syrien die Unterstützung des Terrorismus und der Aufständischen im Irak vor.

Die syrische Regierung befinde sich auf einem Weg, der zur Verschlechterung der Beziehungen führe, sagte Rice am Dienstagabend in Washington. Zuvor hatten die USA ihre Botschafterin aus Damaskus zurückgerufen. Rice vermied es jedoch, Syrien direkt für das Attentat verantwortlich machen.

(sda)

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