02.10.2017 03:48

Kanton Zürich

Hundetrainerin muss selber in die Hundeschule

Obwohl sie selber Hundekurse gibt, musste Daniela Rüegg für ihren eigenen Hund in die Hundeschule. Für diese «absurde Bürokratie» gibts von der FDP den Gaht's-no-Priis 2017.

von
rom
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Opfer von absurder Bürokratie: Hundetrainerin Daniela Rüegg mit ihrer Neufundländer-Hündin Joy. Rüegg gewinnt den Gaht's-no-Priis 2017 der FDP Kanton Zürich.

Opfer von absurder Bürokratie: Hundetrainerin Daniela Rüegg mit ihrer Neufundländer-Hündin Joy. Rüegg gewinnt den Gaht's-no-Priis 2017 der FDP Kanton Zürich.

Weitere Anwärter waren beispielsweise dieser Fall: Laut dem Gesundheitsamt dürfen Medikamente nur noch in Blistern verpackt verabreicht werden. Deshalb muss Pflegepersonal für eine körperlich behinderte Frau jeden Tag die Medikamente auspacken, obwohl die Frau sie ohne Blister selbst einnehmen könnte.

Weitere Anwärter waren beispielsweise dieser Fall: Laut dem Gesundheitsamt dürfen Medikamente nur noch in Blistern verpackt verabreicht werden. Deshalb muss Pflegepersonal für eine körperlich behinderte Frau jeden Tag die Medikamente auspacken, obwohl die Frau sie ohne Blister selbst einnehmen könnte.

Keystone/Steffen Schmidt
Und auch dieser Fall: Ein Mädchen hat das Generalabonnement vergessen und die Quittung dazu verloren. Ihre Mutter wollte ihr helfen, doch ohne Quittung ging am Schalter nichts. Und auf Anfrage per Mail hiess es dann, es könne sein, dass erst die Rechnung und erst dann eine Antwort kommen könne.

Und auch dieser Fall: Ein Mädchen hat das Generalabonnement vergessen und die Quittung dazu verloren. Ihre Mutter wollte ihr helfen, doch ohne Quittung ging am Schalter nichts. Und auf Anfrage per Mail hiess es dann, es könne sein, dass erst die Rechnung und erst dann eine Antwort kommen könne.

Keystone/Christian Beutler

Ob Ärger wegen einer verlorenen SBB-Quittung oder ein Strafbefehl wegen einer Flohmarkt-Blache: Neun Anwärter gab es dieses Jahr für den Gaht's-no-Priis der FDP Kanton Zürich. Gewonnen hat Daniela Rüegg aus Uetikon am See. Sie musste mit ihrer Neufundländer-Hündin Joy zum obligatorischen Hundekurs antraben, obwohl sie selber Hundetrainerin ist. «Dass ich gewonnen habe, freut mich», sagt sie. «Gewiss, es ist ein humorvoller Preis, aber man fühlt sich nicht mehr so allein.»

Es war im letzten Winter, als Rüegg Post von der Gemeinde erhielt. «Ich ging von einem Missverständnis aus, schliesslich hatte ich zuvor die fachspezifische Berufsausbildung zur Hundetrainerin erfolgreich absolviert.» In dem Ausbildungsinstitut habe man ihr gesagt, als Trainerin brauche sie keinen Sachkundenachweis für ihren eigenen Hund, den sie erst kurz zuvor übernommen hatte.

«Das ist doch ein Witz»

Rüegg beschwerte sich bei der Gemeinde - erfolglos. Jetzt schaltete sich gar das Veterinäramt ein. Es beharrte auf dem Sachkundenachweis. «Das ist doch ein Witz - vergleichbar mit einem Lehrer, der seine eigenen Kinder nicht unterrichten darf», sagt Rüegg. Verärgert schrieb sie dem Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser. Dieser hatte mit seiner Motion das nationale Hundekurs-Obligatorium zu Fall gebracht – seither müssen im Kanton Zürich nur noch Halter von grossen Rassen in den Kurs. Der Politiker meldete sich bei der Hundetrainerin und schlug ihre Story für den Gaht's-no-Priis vor.

Thomas Vogel, FDP-Fraktionspräsident im Zürcher Kantonsrat, will nun das Gespräch mit dem Veterinäramt suchen: «Es sollte doch möglich sein, für solche Fälle eine Ausnahme zu machen.» Falls man keine Lösung finde, sei eine schriftliche Anfrage denkbar. Ohnehin sind im Parlament zwei Vorstösse zum Kurs hängig. Zur Diskussion steht die Abschaffung des Obligatoriums auch für grosse Rassen. Rüegg betrifft dies so oder so nicht mehr: Sie hat den Kurs mittlerweile zähneknirschend bei einer Kollegin, die ebenfalls Hundetrainerin ist, absolviert.

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