Aktualisiert 27.09.2005 08:09

Hurrikan Rita: Noch keine Entwarnung

Der Wirbelsturm Rita hat im Südosten der USA ganze Dörfer und Städte verwüstet. US-Präsident Bush will erneut die strategischen Ölreserven angreifen.

Auch am Montag gaben die Behörden noch keine Entwarnung.

US-Präsident George W. Bush und die Gouverneure der betroffenen Bundesstaaten Texas und Louisiana rieten den drei Millionen Sturmflüchtlingen vielmehr, noch nicht nach Hause zurückzukehren. Die Lage sei nach wie vor gefährlich.

Noch immer standen am Montag zahlreiche Ortschaften unter Wasser. Knapp eine Million Menschen waren den dritten Tag in Folge von der Stromversorgung abgeschnitten.

Zehn Tote nach Rita

Die Zahl der Hurrikan Rita zugeschriebenen Todesopfer im Süden der USA hat sich auf zehn erhöht. Zuletzt wurde ein Ehepaar in Texas entdeckt, das von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. Ein Mann erlitt einen Stromschlag. Einsatzkräfte suchten am Montag weiter nach Menschen, die in ihren Häusern von Wassermassen eingeschlossen waren. Meerwasser wurde vom Wirbelsturm mehr als 30 Kilometer weit ins Landesinnere gedrückt, Anbau- und Weideflächen wurden verwüstet.

Fünf Mitglieder einer Familie starben am Montag in der schwer beschädigten texanischen Stadt Beaumont an Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem sie in ihrer Wohnung einen Generator in Betrieb genommen hatten.

Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, zeigte sich erleichtert, dass nicht mehr Menschen ums Leben gekommen sind. Er sprach von einem «Wunder». Zudem sei die glimpfliche Bilanz auch Folge der grössten Evakuierungsaktion der US-Geschichte.

Bush will erneut strategische Ölreserven anzapfen

Nach dem Durchzug des Hurrikans Rita ist Präsident Bush bereit, erneut die strategischen Ölreserven anzugreifen. Damit sollten mögliche Engpässe für die Konsumenten abgemildert werden, erklärte Bush am Montag. Die Wirbelstürme Katrina und Rita hätten gezeigt, wie anfällig das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in Amerika sei. Er rief die Menschen im Katastrophengebiet zum Benzinsparen auf.

Sachschäden bis sieben Millarden Dollar

Die Sachschäden waren jedoch enorm. In Orten wie Cameron, Port Arthur und Lake Charles war die Spur der Verwüstung unübersehbar. Insbesondere an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas, wo Rita wurden nach Angaben des US- Katastrophenschutzes mehrere Orte weitgehend zerstört.

Die führende Risikoprüferfirma Risk Management Solution (RMS) schätzte die Rita-Schäden auf vier bis sieben Milliarden Dollar. Im Vergleich zu Katrina sei dies wenig, weil Rita nur durch ein dünn besiedeltes, landwirtschaftlich geprägtes Gebiet gezogen sei.

In New Orleans, wo Rita erneut Dämme zerstörte und Flutwasser in die Stadt strömen liess, stabilisierte sich am Montag die Lage. Es drang kein Wasser mehr ein, nachdem die Dammbrüche am Sonntag notdürftig repariert werden konnten. Das Armenviertel Lower Ninth Ward im Osten der Stadt stand aber erneut unter Wasser.

Neue Stürme angekündigt

Auch in den kommenden Tagen droht dem Süden der USA Unheil: Meteorologen warnen vor weiteren Überschwemmungen, Gewitterstürmen und Tornados. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami bereitete die US-Bürger auf zwei weitere gefährliche Wirbelstürme bis November vor.

Präsident Bush schlug vor, dass bei grossen Naturkatastrophen wie Hurrikan Katrina künftig das Pentagon allein die Federführung übernimmt. Er reagierte damit auf die schleppend angelaufenen Rettungseinsätze nach dem Hurrikan Katrina. (sda)

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