Traumatisches Erlebnis – Huskys zerfleischen Hündchen vor den Augen seiner zehnjährigen Halterin
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Traumatisches Erlebnis Huskys zerfleischen Hündchen vor den Augen seiner zehnjährigen Halterin

Traumatische Ereignisse in Muotathal. Ein zehnjähriges Mädchen musste beim Gassigehen miterleben, wie fünf Huskys seine kleine Hündin im Blutrausch angriffen und totgebissen haben.

von
Daniela Gigor
Tino Limacher
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Die Erlebniswelt Muotathal präsentierte sich am Mittwoch idyllisch verschneit. 

Die Erlebniswelt Muotathal präsentierte sich am Mittwoch idyllisch verschneit.

20min/Tino Limacher
Aber im Dezember haben die Huskys aus noch ungeklärten Gründen eine kleine Hündin tot gebissen. 

Aber im Dezember haben die Huskys aus noch ungeklärten Gründen eine kleine Hündin tot gebissen.

20min/Tino Limacher
Huskys haben noch aus ungeklärten Gründen eine Hündin eines kleinen Mädchens tot gebissen. Es laufen noch Ermittlungen.

Huskys haben noch aus ungeklärten Gründen eine Hündin eines kleinen Mädchens tot gebissen. Es laufen noch Ermittlungen.

20min/Tino Limacher

Darum gehts

  • Eine Bolonka-Hündin wurde vor den Augen einer Zehnjährigen von Huskys in Muotathal zerbissen.

  • Wie es dem Mädchen geht, ist unbekannt. Die Mutter war am Mittwoch nicht erreichbar.

  • Vom Vorfall betroffen ist die Erlebniswelt Muotathal. Die Familie soll für das getötete Tier finanziell entschädigt werden und der Schlittenführer bedaure die Geschehnisse.

  • Laut einem Experten verhalten sich Schlittenhunde im Rudel anders, wenn sie am Rennen sind. Dann könne etwa auch ihr Adrenalin ansteigen.

  • Der Vorfall beschäftigt nun die Kantonspolizei Schwyz und das Veterinäramt.

Dieses schreckliche Drama hatte sich am 18. Dezember in Muotathal auf einer Loipe abgespielt: Ein zehnjähriges Mädchen war mit seiner Bolonka-Hündin Laja im Gebiet Weid in der Nähe des Fussballplatzes unterwegs, als es auf einen Hundeschlitten der Erlebniswelt Muotathal traf. Der Schlittenführer war mit Gästen und einem Gespann mit fünf Huskys unterwegs. Beim Anblick der kleinen Hündin sind die Hunde ausser Kontrolle geraten und haben Laja vor den Augen der Zehnjährigen zu Tode gebissen. Das Mädchen kam zwar ohne körperlichen Schaden davon, den Anblick, wie sein Hund getötet wurde, dürfte es aber nicht mehr vergessen.

«Es ist vor allem tragisch für das Mädchen», sagt etwa eine Bewohnerin in Muotathal und sie meint weiter: Solche Unfälle kann es geben. Glück und Unglück sind oft beieinander.» Eine andere Frau sagt: «Ich finde schlimm, was passiert ist.» Wie es dem Mädchen geht, ist unklar. Bei der betroffenen Familie war am Mittwoch niemand erreichbar. Darum ist auch nicht im Detail bekannt, wie sich die Beissattacke abspielte.

Das Husky-Camp bedauert den Vorfall

Betroffenheit herrscht bei der Erlebniswelt Muotathal. Dort wird von einem tragischen Unfall gesprochen, der der erste in der 23-jährigen Geschichte des Husky-Camps sei. «Es tut uns ausserordentlich leid», sagt Carlo Heinzer von der Erlebniswelt Muotathal gegenüber dem «Bote der Urschweiz» (Bezahlartikel). Von den Verantwortlichen der Erlebniswelt wollte sich aber niemand mehr gegenüber 20 Minuten äussern. Die Familie soll für das getötete Tier finanziell entschädigt werden und der Schlittenführer bedaure die Geschehnisse. Er habe sich bei der Familie auch erkundigt, wie es dem Mädchen aus gesundheitlicher Sicht gehe.

Der Vorfall beschäftigt nun die Polizei: «Wir können den Eingang einer Meldung bestätigen und es wird entsprechend rapportiert», sagt Florian Grossmann, Sprecher der Kapo Schwyz, auf Anfrage. Involviert ist nun auch das Veterinäramt, wie Marco Gut, stellvertretender Kantonstierarzt, auf Anfrage bestätigt. Er sagt: «Die Abklärungen zu den Details laufen. Weil es sich nicht um einen klassischen Vorfall eines Hundebisses handelt, müssen wir nun abklären, welche Massnahmen für diese Schlittenhunde passend sind.» Im Vordergrund steht die Frage, wie solche Vorfälle künftig vermieden werden können.

«Hunde im Blutrausch sind nicht mehr zu bändigen»

Gut bezeichnet die Attacke als einen «nicht klassischen Vorfall». Laut einem Experten* verhalten sich Schlittenhunde im Rudel anders, wenn sie am Rennen sind. Dann könne etwa auch ihr Adrenalin ansteigen. Für Ernst Krüsi, diplomierter Tierpsychologe, ist es schwierig, den Vorfall einzuschätzen. Er sagt: «Ohne die Details zu kennen, ist es natürlich schwierig, eine genaue Analyse zu geben. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass Huskys ganz anders sozialisiert sind als etwa Bolonkas.» So sind sich Huskys laut Krüsi als Urhunde gewohnt, möglichst selbstständig in einem Rudel zu leben.

Krüsi: «Bolonkas hingegen werden nach wenigen Lebenswochen an eine Familie abgegeben, die sich dann sehr liebevoll um diese Tiere kümmert.» Die Konsequenz aus diesen unterschiedlichen Hundeleben ist laut Krüsi, dass die beiden Rassen nicht mehr gemeinsam kommunizieren können. Ausserdem hätten die Huskys ein starkes territoriales Verhalten an den Tag gelegt. Krüsi: «Schliesslich sind Hunde im Blutrausch nicht mehr zu bändigen und man kann nur abwarten, bis es vorbei ist.»

* Name der Redaktion bekannt

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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