Aktualisiert 15.02.2006 04:06

Husten bald die Sportler? Feinstaub-Alarm in Turin

Die Luftverschmutzung übersteigt in Turin fast täglich die von der EU festgesetzten Grenzwerte. Alarmierend sei vor allem die Feinstaub-Konzentration. Auch in der Schweiz sorgte die Wetterlage für ein neuerliches Ansteigen der Kleinstpartikel.

Im gesamten Stadtgebiet würden ständig gesundheitsgefährdende Werte gemessen, teilte der Leiter, Enrico Garrou, am Dienstag mit. Wegen der Olympischen Winterspiele könnten jedoch keine Gegenmassnahmen wie Verkehrsbeschränkungen ergriffen werden, erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Der Grenzwert der EU für Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, diese Menge darf an nicht mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Turin hat diese Zahl aber schon jetzt um drei Tage überschritten, dabei wurden teilweise drei Mal so hohe Werte gemessen wie erlaubt.

Garrou zufolge sind die erhöhten Werte nicht auf die Olympischen Spiele zurückzuführen. Im vergangenen Jahr seien die Feinstaub-Werte an fast 200 Tagen überschritten worden. Die Spiele seien jedoch der Grund, warum die Stadt derzeit keine geeigneten Gegenmassnahmen ergreifen könne, erklärte Sprecher Riccardo Caldara. «Wir können momentan nichts tun als hoffen, dass das Wetter umschlägt und Wind und Regen bringt», sagte er.

Werte in der Schweiz wieder zu hoch

Die Feinstaub-Belastung ist in der Schweiz erneut gestiegen. An 9 der 13 Messstationen wurde am Dienstag der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Ein am Mittwoch erwarteter Wetterwechsel dürfte Erleichterung bringen.

Die stärksten Konzentrationen wurden in den Städten Bern (108 Mikrogramm pro Kubikmeter) und Lausanne (105) gemessen. Beim Autobahnkreuz bei Härkingen SO waren es 87, in Payerne VD 76 und in Lugano 69 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Tiefere Belastung im Raum Zürich

Unter dem Grenzwert lag am Dienstagabend die Belastung im Raum Zürich; in der Stadt wurden 48 und in Dübendorf ZH 43 Mikrogramm Feinstaub gemessen. Noch besser war die Luft auf dem Chaumont NE (11 Mikrogramm) und auf Rigi-Seebodenalp (9 Mikrogramm). Beide Stationen liegen oberhalb von 1000 Metern über Meer.

Mit dem von MeteoSchweiz für Mittwoch angekündigten Wetterwechsel dürfte die Feinstaubbelastung zumindest nördlich der Alpen unter den Tagesgrenzwert sinken. Erwartet werden wärmere Temperaturen, zum Teil starker Wind und Regen.

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