Huttwil gedenkt mit Feier der Unwetteropfer
Aktualisiert

Huttwil gedenkt mit Feier der Unwetteropfer

Die Bevölkerung von Huttwil hat am Freitagabend mit einer Feier in der reformierten Kirche der drei Opfer des Unwetters vom 8. Juni gedacht. Unter den rund 400 Trauergästen war auch Bundesrat Moritz Leuenberger.

Die Behörden der Region Huttwil hatten nach der Schreckensnacht darauf verzichtet, sich an die Landesregierung zu wenden: «Wir wollten unsere Energie und Kraft auf die Bedürfnisse der Region konzentrieren», sagte dazu die Huttwiler Gemeinderatspräsidentin Therese Löffel.

Umso mehr schätze die Bevölkerung die Worte und das Mitgefühl von Bundesrat Leuenberger. Er sei nicht als Bundesrat gekommen, sondern als Mensch, der vom Tod der drei Menschen und von den gewaltigen Schäden in der Region Huttwil zutiefst betroffen sei, sagte Leuenberger.

Er versichere den Anwesenden jedoch, dass der Bundesrat an sie denke. Rohrbach, die Nachbargemeinde von Huttwil, ist der Heimatort des Umweltministers. Dort war er vor Jahren als neu gewählter Magistrat gefeiert worden.

Stärker als die Menschen

Entfesselte Naturgewalten hätten vor Augen geführt, dass die Natur stärker sei als die Menschen, sagte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger am Gedenkgottesdienst. Den Angehörigen wünschte sie innere Kraft für die Zeit des Trauerns und den Mut, sich wieder dem Leben zuzuwenden.

Materielle Schäden träten angesichts der Todesopfer in den Hintergrund, hielt sie fest. Die Regierung nehme jedoch auch Anteil am Unglück derer, die im Unwetter ihr Hab und Gut verloren hätten.

Egger dankte allen, die in der Katastrophe zupackten, Hilfsbereitschaft bewiesen und Massnahmen ergriffen, um die Gefahr weiterer Überschwemmungen zu bannen. Sie versicherte, der Kanton werde wo immer möglich die Gemeinden unterstützen.

Schäden in Millionenhöhe

Die Region Huttwil war vor zwei Wochen von einem ausserordentlich heftigen Unwetter heimgesucht worden. Drei Menschen verloren in den reissenden Fluten ihr Leben. Die angerichteten Schäden werden auf 50 Mio. geschätzt.

Im Emmental/Oberaargau ist seither die Ruhe nicht eingekehrt: Der Gewittersturm vom 21. Juni schuf erneut eine bedrohliche Situation. Viele Gemeinden wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Der Regierungsstatthalter des Amtsbezirks Trachselwald, Markus Grossenbacher, sagte auf Anfrage, die oekumenische Feier sei insbesondere im Gedenken an die Menschen organisiert worden, die ihr Leben verloren hätten. Doch man spüre in der Bevölkerung, dass auch das neuerliche schwere Gewitter für die Betroffenen ein schwerer Schlag sei.

Erfolgreicher Spendentag

Am Tag der Gedenkfeier führten die Lokalsender Radio Emme und Radio 32 einen Spendentag für die sechs vom Unwetter in der Region Huttwil betroffenen Gemeinden durch. Der Spendentag erbrachte einen Betrag von über 100 000 Franken.

Damit hat der Betrag auf dem kurz nach dem Unglückstag eingerichteten Konto 300 000 Franken überstiegen. Er sei sehr beeindruckt von der Solidarität des Volkes, sagte der Projektleiter des Spendentags, Florian Wüthrich, gegenüber den Medien. (sda)

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