31.07.2020 05:49

Mehr Verkäufe als 2019

Hybrid-Autos sind die grossen Gewinner in der Krise

Die Pandemie hat den Schweizer Automarkt in eine tiefe Krise gestossen. Doch die E-Autos haben sie bereits überwunden.

von
Raphael Knecht
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Hybride Elektrofahrzeuge sorgen für Aufwind in der Branche.

Hybride Elektrofahrzeuge sorgen für Aufwind in der Branche.

Getty Images
Der E-Auto-Markt war im zweiten Quartal 2020 bereits wieder 17 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahr.

Der E-Auto-Markt war im zweiten Quartal 2020 bereits wieder 17 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahr.

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Der grösste Wachstumstreiber sind die Plug-In-Hybride. Zwar ist deren Marktanteil mit 4,3 Prozent sehr kleine, aber im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte diese Sparte ein Plus von 186 Prozent verzeichnen.

Der grösste Wachstumstreiber sind die Plug-In-Hybride. Zwar ist deren Marktanteil mit 4,3 Prozent sehr kleine, aber im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte diese Sparte ein Plus von 186 Prozent verzeichnen.

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Darum gehts

  • Der Markt für Elektroautos erholt sich früher als der Rest der Branche.
  • E-Autos sind im Vergleich zum Vorjahr bereits wieder im Plus.
  • Der gesamte Personenwagenmarkt steckt hingegen immer noch tief in der Krise.

Elektrofahrzeuge haben die Coronavirus-Krise schon überwunden: Die Zahl der Neuzulassungen hat das Vorjahresniveau im zweiten Quartal 2020 bereits überholt, wie eine Studie von PWC zeigt: Insgesamt kamen in der Schweiz von April bis Juni 10’445 Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb auf die Strassen – 17 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.

Das ist vor allem bemerkenswert, weil die gesamte Autobranche immer noch stark an der Krise leidet. Wie Zahlen von Auto-Schweiz zeigen, sind die Schweizer Autoverkäufe insgesamt im zweiten Quartal immer noch 44 Prozent unter Vorjahresniveau.

Automarkt

Riesiges Minus im April

Die Gesamtzahl der Zulassungen ist bei Personenfahrzeugen im ersten halben Jahr auf 103’201 gesunken. Das sind 34,3 Prozent weniger als in der ersten Hälfte des Jahres 2019. Das grösste Minus verzeichnete der Personenwagenmarkt im April mit –67,2 Prozent. Das zeigen die Immatrikulationszahlen von Auto-Schweiz, der Vereinigung der Schweizer Auto-Importeure.

Aber nicht alle E-Autos finden gleich starken Absatz: Der grösste Wachstumstreiber sind die Plug-in-Hybride – also Fahrzeuge sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit einem Akku, der am Stromnetz geladen werden kann. Zwar ist deren Marktanteil mit 4,3 Prozent sehr klein, aber im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte diese Sparte ein Plus von 186 Prozent verzeichnen. Rein batteriebetriebene Autos lagen hingegen immer noch 12 Prozent hinter den Zahlen vom zweiten Quartal 2019.

«Das starke Wachstum von Plug-in-Hybriden kann ein Hinweis darauf sein, dass Schweizer Konsumenten noch nicht vollkommen von der Praktikabilität und der Reichweite von reinen E-Autos überzeugt sind», sagt Auto-Experte Andreas Schlegel von PWC. Laut Schlegel erweisen sich E-Autos in der Krise als «Insel der Stabilität» für die Autoindustrie.

Christoph Wolnik von Auto-Schweiz sagt zudem zu 20 Minuten: «Bei den Plug-in-Hybriden ist das Angebot enorm gewachsen. Für viele Kunden kommen darum erst jetzt Modelle infrage – auch weil oft auf Autos von bestimmten Marken gewartet wird.»

Laut PWC muss sich aber nun erst noch zeigen, ob die Autos mit alternativem Antrieb das Wachstum fortsetzen können. Konsumenten müssten langfristig ohne finanzielle Anreize von den Vorteilen von E-Autos überzeugt werden können. Der aktuelle Rückenwind müsse genutzt werden, um die Ladeinfrastruktur in der Schweiz weiter auszubauen.

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36 Kommentare
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Kein Hybridler

01.08.2020, 13:32

Schon komisch, die Hybrid Autos haben eine eingebaute Batterie, die auch Gewicht hat darum braucht ein solches Auto auf mehr Benzin. Ist mal die Batterie durch, verbraucht so ein Auto mehr als ein sparsames ohne Hybrid.

Housi

31.07.2020, 09:26

Hybridautos sind eine Mogelpackung der Hersteller um die tiefen CO2 Werte zu erfüllen. Dem Kunden bringen sie nur Mehrkosten.

Felix

31.07.2020, 09:20

Mein Auto ist kein Hybrid und schluckt 4-5 Liter. Hybriden oft mehr und für den Elektronischen Teil wurde noch seltene Erde gebraucht. Wer ist hier der Gewinner?