Hypokrise vernichtet 1 000 000 000 000 $
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Hypokrise vernichtet 1 000 000 000 000 $

Neue Hiobsbotschaft für die Finanzindustrie: Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet als Folge der Krise am US-Hypothekenmarkt und anderen Teilen der Kreditmärkte Verluste von nahezu einer Billion Dollar.

Allein in Verbindung mit ausfallgefährdeten US-Wohnungsfinanzierungen und fallenden Preisen für solche Immobilien könnten Verluste von rund 565 Mrd. Dollar auflaufen, hiess es im am Dienstag veröffentlichten IWF-Bericht zur Welt-Finanzstabilität.

Ausfälle am Markt für Geschäftsimmobilien und bei Krediten für Konsumenten hinzugerechnet, könnte die Summe auf 945 Mrd. Dollar steigen. Zwar seien diese Schätzungen unpräzise, doch geben sie «einen Hinweis auf mögliche zusätzliche Belastungen des Bankenkapitals und weitere Abschreibungen». Zudem stiegen die Sorgen über Beeinträchtigungen der Realwirtschaft.

Zerbrechliches System

In seinem Bericht beklagt der IWF dramatische Mängel im weltweiten Finanzsystem und schlägt einschneidende Änderungen vor. Die aktuelle Krise habe die ganze Zerbrechlichkeit des Systems aufgezeigt.

Dabei seien Grundsatzfragen zur Effizienz der Krisenreaktionen von privatwirtschaftlichen und staatlichen Institutionen aufgeworfen worden. Die Risiken für die Stabilität wiesen nach oben.

Bestehende Sorgen zur Stabilität des Gesamtsystems würden noch verschärft durch Verschlechterungen in Einzelbereichen, wie schlechteren Kreditqualitäten oder Liquiditätsproblemen begleitet von Erschwernissen bei der Kreditbeschaffung.

Notfall- und Sanierungspläne

Die Herausforderung liege nun darin, schnelle Schritte zur Risikominderung einzuleiten, heisst es in dem IWF-Bericht. Es müssten Notfall- und Sanierungspläne entworfen werden. Zugleich müssten die Grundursachen für die Finanzkrise angegangen werden.

Kurzfristig sei notwendig, Dauer und Tiefe der Krise zu mildern. Es gehe um eine Minderung der Unsicherheit an den Finanzmärkten und die Stärkung des Vertrauens. So sollten die betroffenen Banken und Finanzfirmen ihre Verluste bald offenlegen, Banken-Bilanzen müssten schnell in Ordnung gebracht und das Risikomanagement verbessert werden.

Der Staat soll helfen

Auf der öffentlichen Seite sollten die Aufsichtsbehörden für mehr Transparenz und für eine einheitlichere Bewertungspraxis von Risiken sorgen.

Sie sollten ihre Aufsicht gerade im Hinblick auf die Kapitalunterlegung von Risiken verstärken und «Stabilitätsberichte» für schwer zu bewertende strukturierte Finanzprodukte erstellen.

Der Staat sollte zudem bereitstehen, um bei Kollapsgefahren von einzelnen Instituten schnell zu helfen. Auch die Notenbanken müssten ihr Instrumentarium im Lichte der jüngsten Erfahrungen überprüfen.

(sda)

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