Aktualisiert 06.09.2007 11:15

Hyundai-Chef muss doch nicht in Haft

Ein Berufungsgericht hat die dreijährige Haft für Hyundai-Chef Chung Mong Koo wegen Veruntreuung in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Damit ist es dem Konzernchef möglich, die Geschicke des Unternehmens weiterhin zu leiten.

Im Februar war der Manager in erster Instanz zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde schuldig gesprochen, Firmengelder veruntreut zu haben. Demnach trägt er die Verantwortung für den Aufbau eines Schmiergeld-Fonds, mit dem politische Vorteile erlangt werden sollten.

Chung ist ein Sohn des Firmengründers Chung Ju Yung. Hyundai- Aktien reagierten nach dem Urteil am Donnerstag zunächst mit einem Kursaufschlag von mehr als zwei Prozent und schlossen dann 0,6 Prozent im Plus.

Hyundai spiele eine entscheidende Rolle in der Wirtschaft des Landes, sagte der Vorsitzende Richter, Lee Jae Hong, bei der Urteilsverkündung. Der Angeklagte sei ein Symbol der gesamten Autoindustrie des Landes.

Der Richter betonte, er habe zahlreiche Bürger um ihre Meinung in dem Fall gefragt. Vom Taxifahrer bis zum Kellner seien die meisten der Ansicht gewesen, dass eine Bewährungsstrafe angemessen sei.

Statt der Haftstrafe wurde Chung nun auferlegt, umgerechnet rund 895 Mio. Dollar zu spenden sowie Vorträge über transparentes Management zu halten und wirtschaftswissenschaftliche Aufsätze für örtliche Medien zu schreiben. Chung verliess nach der Urteilsverkündung sofort das Gericht und äusserte sich nicht zu der Entscheidung.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.