Hyundai--Chef muss ins Gefängnis

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Hyundai--Chef muss ins Gefängnis

Der Chef des Autoherstellers Hyundai Motor, Chung Mong Koo, ist wegen Unterschlagung und Vertrauensbruchs von einem südkoreanischen Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Der Angeklagte sei in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, sagte Richter Kim Dong Oh. Sein Verhalten sei kriminell gewesen.

Hyundai Motor ist der grösste Autoherstellers des Landes. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 68-jährigen Chung vorgeworfen, 63 Milliarden Won (86 Millionen Franken) von der Hyundai Motor Group durch betrügerische Buchführung unterschlagen zu haben.

Die Anklage beschuldigt ihn zudem, schwarze Kassen angelegt zu haben, um Politiker und Beamte zu bestechen. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert. Chung war im April 2006 verhaftet worden.

Hyundai kündigte an, den Richterspruch anzufechten. Die Finanzmärkte befürchteten heftige Konsequenzen für den exportorientierten Konzern, der zuletzt durch Streiks und die Stärke der einheimischen Währung gebeutelt wurde. Der Kurs der Aktie sackte im asiatischen Vormittagshandel um fast zwei Prozent ab.

Börsenexperten befürchteten bei einer Vollstreckung der Haftstrafe ein Management-Vakuum, da der 68 Jahre alte Chung keinen designierten Nachfolger hat. Wichtige Entscheidungen würden verschoben, der Konzern drohe in noch unruhigeres Fahrwasser zu geraten.

«Dies könnte starke Auswirkungen auf Hyundai Motor haben», sagte Kim Hyun Tae von Landmark Investment Management. Auch die koreanische Wirtschaft könnte deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden, da sich das juristische Verfahren wegen der Berufung noch länger hinziehen könnte. (sda)

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