Peinliche Englisch-Momente von Ueli Maurer und Guy Parmelin

Aktualisiert

Sprachkenntnisse«I can nothing say» – peinliche Englisch-Momente von Schweizer Politikern

Elisabeth Baume-Schneider ist nicht die erste Bundesrätin, die nicht perfekt Englisch spricht. Ueli Maurer und Guy Parmelin erlebten deshalb schon peinliche Momente.

von
Daniel Graf

«I can English understand», sagt Guy Parmelin, was bei Ueli Maurer offenbar nicht der Fall ist. Frau Martullo-Blocher und Simonetta Sommaruga hingegen werden durchaus verstanden – ihr Akzent hat dennoch für einige Lacher und hämische Kommentare gesorgt. 

20min/Jan Derrer

Darum gehts

  • Die neue SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider steht in der Kritik, weil sie nicht sehr gut Englisch spricht.

  • Im Bundesrat ist sie damit allerdings in guter Gesellschaft.

  • Ein Blick zurück zeigt: SVP-Bundesräte mussten schon einiges an Spott und Häme über sich ergehen lassen deswegen. 

Die neu gewählte SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider steht in der Kritik, weil ihre Englischkenntnisse nicht gut genug seien. Das sei in Verhandlungen und bei Eins-zu-eins-Gesprächen ein Nachteil. Die SP wehrt sich und weist darauf hin, dass bei der Wahl zum Bundesrat von Ueli Maurer oder Guy Parmelin auch kein Aufhebens gemacht worden sei um deren fehlende Englischkenntnisse.

Das mag stimmen. Dass es trotzdem gut wäre, wenn Baume-Schneider – wie von ihr bereits angekündigt – bald Englischunterricht nehmen würde, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Denn gerade Maurer und Parmelin mussten Spott und Hohn über sich ergehen lassen, weil sie keinen geraden Satz hingekriegt hatten in der Weltsprache. Auch SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher und SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga machen auf sich aufmerksam. Ein Rückblick.

Dezember 2015, Guy Parmelin: «I can English understand»

Nach seinen Hearings machte Guy Parmelin 2015 eine Aussage auf Englisch, die ihn noch lange verfolgen sollte. Parmelin war im Hearing nach seinen Englischkenntnissen gefragt worden. An einer anschliessenden Pressekonferenz danach gefragt, antwortete er nach einigem Zögern: «I can English understand but je préfère répondre en français.»

Die Aussage machte die Runde in den Schweizer Medien und schaffte es drei Jahre später, als Parmelin ins Departement für Wirtschaft, Forschung und Bildung wechselte, gar in die «New York Times». «I can English understand, sagt der neue Amtsträger. Die Schweizer haben ihre Zweifel.» 20 Minuten ging daraufhin der Frage nach, ob Parmelin womöglich über sein mangelhaftes Englisch stolpern könnte im neuen Amt.

Müssen Bundesrätinnen und Bundesräte Englisch sprechen können? 

Mai 2019, Ueli Maurer: «I can nothing say to this»

Auch der eben erst zurückgetretene SVP-Bundesrat Ueli Maurer hatte seinen «bad moment»: Nach einem Besuch beim damaligen US-Präsidenten Donald Trump wurde Maurer live in einem CNN-Interview befragt. Obwohl sich die Moderatorin bemühte, klar und deutlich zu sprechen, übersetzte Maurers Kommunikationschef die Fragen ins Schweizerdeutsche und flüsterte ihm Antworten ein. Maurer stolperte über das Wort «confidential» und gab wenig substanzielle Antworten. Zum Schluss sagte er: «I can nothing say to this issue.»

Später nahm Maurers Kommunikationschef Peter Minder die Panne auf seine Kappe: «Ich hätte das Interview unter den gegebenen technischen Voraussetzungen nicht zulassen dürfen. Es ist mein Fehler», sagte er. Maurer spreche fliessend Englisch und habe das auch schon bewiesen.

Oktober 2013, Magdalena Martullo-Blocher: «The seven thinking steps»

Legendär auch das Leadership-Seminar, das die EMS-Chemie-Chefin und SVP-Nationalrätin höchstpersönlich gab. «Can you tell me the seven thinking steps?», fragte sie mit breitem Schweizer Akzent in die Runde. Als es still bleibt, hakt sie nach: «What do you do if the beamer breaks?» Die zögerlichen Antworten gefallen ihr nicht: «Jä, you dreamer du.» Dabei liegt die Lösung doch auf der Hand: «You try to fix it.»

Januar 2020, Simonetta Sommaruga: Fehlerfrei, aber mit viel Akzent

Auch die SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga musste für ihr Englisch schon hämische Kommentare einstecken. Als sie im Januar 2020 im Rahmen des WEF in Davos gemeinsam mit Donald Trump vor die Medien trat, hielt sie ihre kurze Rede zwar einigermassen fehlerfrei. Die vielen «Ähs» und der unüberhörbare Schweizer Akzent kamen auf Twitter nicht gut an: «Peinlich für eine Bundesrätin», gehörte noch zu den harmloseren Kommentaren. 

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