Aktualisiert 28.12.2019 15:36

Zlatans RückkehrIbra soll Milan aus der Versenkung holen

Der Schwede ist zurück in Mailand. Seine Mission: Milan wieder ins Rampenlicht zu führen.

von
Carlo Emanuele Frezza
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Ist nicht nur in Schweden ein Held: Zlatan Ibrahimovic.

Ist nicht nur in Schweden ein Held: Zlatan Ibrahimovic.

Keystone/Andreas Hillergren
Der 38-jährige Stürmer hat sich auch in Los Angeles sehr beliebt gemacht.

Der 38-jährige Stürmer hat sich auch in Los Angeles sehr beliebt gemacht.

Keystone/Andy Clayton-King
In 52 MLS-Partien schoss Ibrahimovic 56 Tore.

In 52 MLS-Partien schoss Ibrahimovic 56 Tore.

Keystone/Ringo H.W. Chiu

Was tagelang gemunkelt worden ist, ist seit Freitagabend fix. Zlatan Ibrahimovic hat bis mindestens im Sommer bei Milan unterschrieben. Damit kehrt der Schwede in die italienische Modemetropole zurück. Für beide Vereine, Inter und Milan, ist er im Laufe seiner langen Karriere bereits auf Torejagd gegangen. Für die Nerazzurri spielte Ibrahimovic von 2006 bis 2009 und nach einem Jahr bei Barcelona stand er von 2010 bis 2012 bei Milan unter Vertrag.

Nun ist Ibra also zurück in der Serie A. Sein Auftrag bei den Rossoneri scheint klar. Er soll dem achtzehnfachen italienischen Meister wieder Glamour verleihen. Dieser ist in letzter Zeit verflogen. Seit der inzwischen 38-Jährige vor sieben Jahren nach Paris gewechselt ist, ist der stolze Club nicht mehr das, was er einmal war – ein Spitzenclub. Die Platzierungshistorie spricht Bände.

0:5 gegen Atalanta untergegangen

Nach Platz drei in der ersten Saison Post-Ibra resultierten nur noch die Plätze acht (13/14), zehn (14/15), sieben (15/16), sechs (16/17), sechs (17/18) und fünf (18/19). Viel zu wenig für die hohen Ansprüche der Milanisti, die sich eigentlich an Champions-League-Abende und Titelkämpfe gewöhnt sind.

Noch ernüchternder wird die Bilanz, wenn man die laufende Saison inkludiert. Zwei Spiele vor Hinrundenschluss liegt Milan auf dem miserablen elften Platz – vierzehn Punkte hinter einem zu Saisonstart erträumten Champions-League-Platz. Ein Trainer ist bereits geschasst worden. Wirkliche Verbesserungen sind unter Stefano Pioli noch keine zu erkennen. Zuletzt gab es eine 0:5-Schlappe gegen Atalanta Bergamo. Fünf Gegentore in einem Spiel hat Milan schon einmal kassiert. Doch das war letztmals vor über zwanzig Jahren im Mai 1998. Damals gingen die roten Teufel im Römer Olympiastadion gegen die AS Roma mit demselben Resultat unter.

Skeptiker in der Überzahl

Was soll da dem viermaligen Champions-League-Sieger noch aus der Patsche helfen? Die Manager Zvonimir Boban und Paolo Maldini sowie der Vorstandsvorsitzende Ivan Gazidis haben da an einen Namen gedacht: Zlatan Ibrahimovic.

Der Name strahlt eine Aura aus wie kein Zweiter. Überall wo der Schwede angestellt war, hat seine Mannschaft Erfolge gefeiert. Die italienische Medienlandschaft ist sich auch deshalb mehrheitlich einig, dass die zweite Liaison zwischen Ibrahimovic und Milan klappen könnte. Unter den Fans sind die Skeptiker aber in Überzahl. Wer durch die Twitter- und Instagram-Timeline scrollt, bemerkt dies rasch. Unbestritten ist jedoch, dass die Startelf mit seinem Namen mehr Furcht einflösst als bisher. Und das ist schon viel.

Doch die Verpflichtung des Schweden bringt auch Risiken mit sich. Erst im Sommer haben die Milan-Manager dem Club eine Verjüngungskur verschrieben. Dass nun ein 38-Jähriger als Retter kommen soll, verwundert doch stark. Zumal Ibrahimovic nun die Position von Krzysztof Piatek übernehmen soll. Und genau dieser Pole hätte als Knipser der Anführer einer neuen Ära sein sollen.

Schwache Rückkehrer

Was weniger für Ibrahimovic spricht, ist die Bilanz, die Milan mit Spielern hat, die zurückgekehrt sind. Ruud Gullit, Andrej Schewtschenko, Kakà, Kevin Prince Boateng und Mario Balotelli sind alle zu Milan zurückgekehrt. Doch keiner konnte auch nur annähernd an die Leistungen vom ersten Engagement für die Rossoneri anknüpfen.

Ibrahimovic ist anders. Ihm könnte dies gelingen. Sein Charisma und sein übermässig hohes Selbstbewusstsein dürften ihm dabei behilflich sein. Am 2. Januar wird er in Mailand erwartet. Knapp zwei Wochen später, am 15. Januar, soll er im italienischen Cup gegen Ferrara das erste Mal zum Einsatz kommen.

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

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