Zufallsentdeckung: Ibuprofen verdanken wir einem ordentlichen Kater
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ZufallsentdeckungIbuprofen verdanken wir einem ordentlichen Kater

Zehn Jahre forschten britische Forscher an einem neuen Schmerzmittel. Doch erst als einer von ihnen einen Hangover hatte, kam es zum Durchbruch.

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Wer zu viel trinkt, bekommt das spätestens am nächsten Tag von seinem Körper heimgezahlt. Kopfschmerzen und Übelkeit sind die Folge. So war es auch beim britischen Chemiker Stewart Adams, der in den 1950er-Jahren tagsüber für das Pharmaunternehmen Boots an einem Medikament gegen rheumatische Arthritis forschte und – zumindest an einem Abend – ordentlich einen über den Durst trank.

Weil er nach besagter Nacht schnell wieder fit werden musste, um bei einer Veranstaltung aufzutreten, probierte er kurzerhand das Mittel, an dem er gemeinsam mit seinen Kollegen tüftelte – Ibuprofen: «Also nahm ich eine 600-Milligramm-Dosis, einfach um sicher zu sein, und fand heraus, dass sie wirklich gut wirkte», sagte der heute 92-Jährige unlängst der «BBC».

Ehre, wem Ehre gebührt

Eine Gesundheitsgefahr hätte für ihn damals nicht bestanden, das hätten vorangegangene Tests gezeigt, erinnert sich der Pionier. Dennoch sei es aufregend gewesen, die erste Person gewesen zu sein, die jemals Ibuprofen geschluckt habe.

Adams nicht ganz freiwillige Selbstlosigkeit zahlte sich aus. Sowohl für ihn – schliesslich wurde er seinen Kater los –

als auch für seinen Arbeitgeber. Denn das Medikament wurde rasch zum Bestseller und half dem Unternehmen in die ganze Welt zu expandieren.

Auch karrieretechnisch war der Hangover von damals Gold wert: So avancierte Stewart zum Forschungsleiter bei Boots. Zudem wurde er kürzlich für seine Forschungen von der Nottingham University mit einem Ehrendoktor ausgezeichnet.

Das Video erklärt, wie das Schmerzmittel im Körper wirkt. (Video: Youtube/TodayNews7)

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