Teenager bei Prostituierten: «Ich bekam im Puff sogar Schülerrabatt»

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Teenager bei Prostituierten«Ich bekam im Puff sogar Schülerrabatt»

Minderjährige machen bis zu einem Viertel der Bordellbesucher aus. Auch 20-Minuten-Leser waren schon als Teenager im Puff. Sie erzählen von ihren Erlebnissen.

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Immer mehr Teenies wollen ins Puff. Die Prostituierten verlangen Ausweise. (Video: Murat Temel)

Unter den Bordellbesuchern sind immer öfter Minderjährige. An Wochenenden machen 16- bis 18-Jährige in gewissen Etablissements sogar einen Viertel der Kundschaft aus. Prostituierte berichten, dass sie immer wieder Teenager nach ihren Ausweisen fragen müssen.

Nun haben sich mehrere Leser bei 20 Minuten gemeldet, die ebenfalls bereits als Minderjährige im Puff waren.

Ausweis nicht kontrolliert

Diego (28) schreibt: «Wir waren mit 14 Jahren bereits im Puff und an der Langstrasse, um für Sex zu bezahlen.» Dass eine Prostituierte Teenager abweise, könne er sich nicht vorstellen. «Bei uns hiess es dann jeweils, wir würden Schülerrabatt bekommen.» Sie hätten nie mehr als 20 Franken bezahlen müssen.

Ein 17-Jähriger, der anonym bleiben will, musste seinen Ausweis nie zeigen. Die Prostituierten hätten aber mehrmals nachgefragt, ob er volljährig sei. «Sie erzählte mir dann ebenfalls, dass immer mehr junge Leute zu ihr kommen würden und sie das nicht verstehen könne.»

Zuerst Sex, dann Frage nach dem Alter

Leser J. schreibt, er sei mit 16 Jahren zum ersten Mal an der Langstrasse in einem Bordell gewesen. «Ich war mit meinem Cousin unterwegs, von dem ich wusste, dass er bereits im Puff gewesen war.» Dieser habe ihm 150 Franken gegeben, um sich zu vergnügen. «Ich lief ins Bordell, das einen diskreten Eingang hatte, und wurde im Treppenhaus von einer Hausdame empfangen, die das Geld kassierte», so J.

Dann habe sie ihn zur Bar begleitet, wo andere Männer Alkohol getrunken hätten. Kurz darauf seien rund zehn Prostituierte hereingekommen, von denen er sich eine habe aussuchen dürfen. «Im Zimmer vergnügten wir uns dann rund 30 Minuten.» Erst danach habe sie ihn nach seinem Alter gefragt. «Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass ich erst 16 bin, schmiss sie mich sofort raus.»

«Das Einzige, was wir sahen, waren nackte Brüste»

Weniger erfolgreich ging das Erlebnis von C. K. aus. Auch er war 16 Jahre alt, als er erstmals mit Freunden ein Bordell aufsuchte.

Die Damen und auch der Zuhälter hätten gemerkt, dass sie minderjährig seien, schreibt er. «Wir waren voll nervös und als die Damen auf Tuchfühlung gingen, kriegten wir Muffensausen.» Sie seien eher aus Neugierde als mit konkreten Absichten ins Puff gegangen.

250 Franken habe die Dienstleistung gekostet. «Niemand von uns hatte so viel Geld.» Ein Freund habe also 120 Franken für eine Flasche Champagner bezahlt. «Die Mädels wollten aber nicht einmal tanzen.» Mit leeren Taschen, aber wie echte Männer hätten sie den Laden dann verlassen. «Das Einzige, was wir gesehen hatten, waren zwei nackte Frauenbrüste.»

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