19.07.2014 20:12

Awkward-App

«Ich bin 25 und immer noch Jungfrau»

Die Smartphone-App Awkward zeigt intime Geständnisse von Fremden. Das Gesicht der Beichtbrüder und -schwestern wird verpixelt, die Stimme bleibt erkennbar.

von
sts
Mit einem Schieberegler lässt sich das Gesicht des Gefilmten komplett oder teilweise unkenntlich machen.

Mit einem Schieberegler lässt sich das Gesicht des Gefilmten komplett oder teilweise unkenntlich machen.

In Facebook-Gruppen wie «Sexbeichte - Ostschweiz» oder der am Dienstag gegründeten «Sexbeichte - Zürich» berichten Schweizerinnen und Schweizer von aufregenden, lustigen oder folgeschweren Bettgeschichten. Die Geständnisse erfolgen anonym und können öffentlich eingesehen werden. «Mein Nachbar witzelt immer, seine Tochter sehe mir ähnlicher als ihm. In der fraglichen Zeit habe ich oftmals seine Frau ohne Gummi geb****», heisst es in der Zürcher Gruppe beispielsweise.

Die neue App «Awkward» basiert auf einer ähnlichen Idee. User gestehen vor der Handy-Videokamera ihre Sünden oder erzählen von peinlichen Situationen. Der Name der Anwendung heisst auf Deutsch denn auch «unangenehm für alle Beteiligten» oder «heikel». Die Filmchen mit den Beichten werden anschliessend hochgeladen, damit andere Nutzer sie sich ansehen können. Das Gesicht der User kann dabei mit einem Schieberegler verpixelt werden, die Stimme bleibt allerdings erkennbar.

Den Nachbarn in den Garten gemacht

Auf «Awkward» sind Geschichten aus allen Lebensbereichen zu finden. Viele drehen sich um Liebe und Sex. «Ich bin 25 Jahre alt und immer noch Jungfrau», gesteht etwa ein Anwender. «Mein Freund dachte immer, zwischen seinem gutaussehenden besten Kumpel und mir laufe etwas. Nachdem wir uns einmal mehr darüber gestritten hatten, landete ich tatsächlich mit seinem Freund im Bett», erzählt eine junge Frau. «Ich habe mich in den Freund meiner besten Freundin verliebt», beichtet ein Mädchen. Eine ältere Geschlechtsgenossin sagt bloss: «Ich bin 43 Jahre alt und lebe mit einer Katze zusammen. Ist das nicht schon seltsam genug?». Erfrischend anders ist dagegen das Geständnis einer weiteren Userin: «Als ich drei Jahre alt war, habe ich meinen Kater dabei beobachtet, wie er sein Geschäft im Garten unserer Nachbarn verrichtete. Da ich damals auch gerne eine Katze gewesen wäre, machte ich ebenfalls in diesen Garten.»

Die vorerst nur für iOS verfügbare Smartphone-Anwendung hat für eine bestimmte Zeit sicherlich Unterhaltungswert und dürfte für den einen oder anderen Lacher sorgen. Da die Storys aber nicht nach Themen gefiltert werden können, muss man sich viele offensichtlich unwahre und eher unschuldige Geständnisse anhören. So behaupteten zwei Anwender, sie wüssten, wer 1963 den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy tötete. Zu den weniger spektakulären Geschichten gehören das Verlieben in die falschen Personen oder das Anhimmeln des Lehrers sowie der Austausch von Nacktfotos.

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