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Andres Gerber«Ich bin alles andere als stolz darauf»

Erstmals überhaupt musste Thun-Sportchef Andres Gerber einen Trainer entlassen. Am Montag will er einen Nachfolger für Ciri Sforza präsentieren.

von
sco
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30. September 2015Die gemeinsame Thuner Zeit zwischen Trainer Ciriaco Sforza (r.) und Sportchef Andres Gerber ist zu Ende.

30. September 2015Die gemeinsame Thuner Zeit zwischen Trainer Ciriaco Sforza (r.) und Sportchef Andres Gerber ist zu Ende.

Keystone/Georgios Kefalas
Obwohl es ein holpriger Start war, kommt die Nachricht aus dem Berner Oberland überraschend: Sforza und Thun gehen per sofort getrennte Wege.

Obwohl es ein holpriger Start war, kommt die Nachricht aus dem Berner Oberland überraschend: Sforza und Thun gehen per sofort getrennte Wege.

FreshFocus/Andy Mueller
In gegenseitigem Einvernehmen, wie dieThuner in einer Mitteilung schreiben. Sportchef Andres Gerber: «Wir mussten leider aktuell einsehen, dass die Vorstellungen einer Zusammenarbeit zwischen dem FC Thun und Ciriaco Sforza nicht in dem Masse übereinstimmten, wie sie für eine beiderseitig zufriedenstellend Zusammenarbeit hätten aussehen sollen.»

In gegenseitigem Einvernehmen, wie dieThuner in einer Mitteilung schreiben. Sportchef Andres Gerber: «Wir mussten leider aktuell einsehen, dass die Vorstellungen einer Zusammenarbeit zwischen dem FC Thun und Ciriaco Sforza nicht in dem Masse übereinstimmten, wie sie für eine beiderseitig zufriedenstellend Zusammenarbeit hätten aussehen sollen.»

FreshFocus/Andy Mueller

Andres Gerber, in der Medienmitteilung zur Trennung von Ciriaco Sforza steht, die Konstellation habe sich leider nicht so entwickelt, wie sich das beide Seiten gewünscht haben. Können Sie diese reichlich schwammige Formulierung etwas konkretisieren?

Nicht gross, nein. Wir haben das miteinander so abgesprochen. Wir wollen uns jetzt nicht gegenseitig Vorwürfe machen oder gar dreckige Wäsche waschen. Wir hatten es bis am Schluss gut miteinander und respektieren uns gegenseitig. Es fällt mir schwer, konkreter zu werden. Es waren kleine Dinge, die in der Summe den Ausschlag gegeben haben. Wir haben gegenseitig gemerkt, es passt nicht. In die Details gehen möchte ich nicht. Es gibt Gründe, aber keine grossen, gewichtigen, sondern viele Kleinigkeiten, die uns gezeigt haben: Es geht nicht. Die Chemie hat einfach nicht gestimmt.

Sforza war Ihr vierter Trainer, seit Sie Sportchef in Thun sind: Yakin und Fischer gingen freiwillig, weil sie sich beruflich verbessern konnten, Challandes ging freiwillig, nachdem sich die Mannschaft gegen ihn gestellt hatte. Jetzt mussten Sie sich erstmals von einem Trainer trennen …

Ja, das ist für mich eine neue Erfahrung, auf die ich alles andere als stolz bin. Das ist der unangenehme Teil meines Berufes. Es ist schade, ich hatte mir das anders erhofft.

Die Trennung von Sforza erfolgt ohne Kostenfolge für den FC Thun. Kann man daraus schliessen, dass Sforza einen Vertrag mit einer Probezeit hatte?

Etwas in der Art, ja. Das war gegenseitig. Auch Ciri hätte aussteigen können, wenn er das gewollt hätte. So konnten wir jetzt handeln, ohne dass wir Rücksicht aufs Geld nehmen mussten. Das ist für den FC Thun sehr wichtig.

Wie geht es jetzt weiter? Wann ist ein neuer Trainer da?

Wir sind schon weit fortgeschritten mit der Trainerwahl. Ich habe mir schon seit einiger Zeit Gedanken gemacht. Und es ist auch nicht so, dass ich zehn Kandidaten habe und neun Absagen verschicken muss. Wenn ich einen Namen im Kopf habe, dann gebe ich alles, um diesen auch für uns zu gewinnen. Ich gehe davon aus, dass der neue Trainer bereits kommende Woche auf dem Trainingsplatz steht.

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