Fischer spricht Klartext: «Ich bin angepisst!»
Aktualisiert

Fischer spricht Klartext«Ich bin angepisst!»

So sah man Nati-Trainer Patrick Fischer noch selten. Nach dem 1:4 gegen Tschechien war er richtig sauer.

von
Marcel Allemann
Gangneung

Die entscheidenden Szenen der Partie zwischen der Schweiz und Tschechien. (Video: Tamedia/RTS/SRF)

«Ich sah zu vieles, das mir nicht gefallen hat. Wir hatten viel zu viele Puckverluste in der eigenen Zone. So etwas hilft nicht, auf diese Weise fiel auch das 1:2», sagte Fischer sichtlich enttäuscht.

«Die Schiedsrichter haben es heute gut gemeint mit uns. Doch wir haben es nicht geschafft, im Powerplay 2:1 in Führung zu gehen. Wir haben zwar gekämpft, aber waren nicht schlau. Auch offensiv war das zu wenig, wir konnten uns kaum durchsetzen», so der Nationaltrainer.

Fischers Unverständnis

Fischer machte keinen Hehl daraus, dass er dafür wenig Verständnis hat: «Ich bin angepisst! Man kann es im ersten Drittel sagen, im zweiten Drittel sagen und im dritten Drittel sagen – und es ändert sich nichts. Ich verstehe nicht, weshalb einige Spieler immer wieder den Fokus verlieren.»

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Tschechischer Jubel: Die Schweizer verlieren ihr Gruppenspiel gegen die Tschechen 1:4.

Tschechischer Jubel: Die Schweizer verlieren ihr Gruppenspiel gegen die Tschechen 1:4.

kein Anbieter/AP Photo/Matt Slocum
Entscheidender Treffer: Dominik Kubalik bezwingt Jonas Hiller zum 2:1.

Entscheidender Treffer: Dominik Kubalik bezwingt Jonas Hiller zum 2:1.

kein Anbieter/AP Photo/Matt Slocum
Jonas Hiller verhindert vor allem im Mitteldrittel eine noch höhere Niederlage.

Jonas Hiller verhindert vor allem im Mitteldrittel eine noch höhere Niederlage.

Keystone/Alexandra Wey

Der 42-Jährige stahl sich aber nicht aus der Verantwortung und sagte: «Ich nehme das auf meine Kappe.» Und er versprach: «Am Dienstag wird es anders sein!»

«Die Deutschen werden um jeden Zentimeter kämpfen»

Dann spielt die Schweiz in der Qualifikation für die Viertelfinals gegen Deutschland. Welch eine Affiche und welch eine Dramatik! Eine der beiden Equipen wird ihr (Minimal-)Ziel erreichen, die andere kann nach einem total verpatzten Turnier zusammenpacken und abreisen. In der Olympia-Generalprobe verlor die Nati unmittelbar vor dem Abflug nach Südkorea in Kloten 1:2 gegen den Nachbarn.

«Wer der Gegner ist, spielt eigentlich gar keine Rolle. Es kommt darauf an, wie wir auftreten», sagte Fischer. Derweil warnte Thomas Rüfenacht, der einzige Schweizer Torschütze gegen die Tschechen: «Die Deutschen verfügen vielleicht nicht über das grösste Talent, aber sie sind physisch sehr stark und kämpfen um jeden Zentimeter. Wenn man da nicht bereit ist, 60 Minuten hart zu arbeiten, kommt man unter die Räder.»

Es droht das schnelle Ende

Für Goalie Jonas Hiller war klar: «Wir werden sehr motiviert sein, denn jeder weiss, dass sonst Feierabend ist. Aber wenn wir gegen Deutschland gewinnen wollen, müssen wir eine Schippe drauflegen.»

Die Stimmung bei der Eishockey-Nati war auch schon mal besser. Schafft sie bis am Dienstag einen neuerlichen Turnaround wie nach dem 1:5 gegen Kanada, auf das ein 8:0 gegen Korea folgte? Oder geht das Olympia-Turnier für die Schweiz mit einer riesigen Enttäuschung zu Ende?

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