Randy Krummenacher: «Ich bin bereit fürs Podest»
Aktualisiert

Randy Krummenacher«Ich bin bereit fürs Podest»

Platz 5, zweite Startreihe - Krummenacher nimmt den GP von Italien in Mugello aus der genau gleichen Position heraus in Angriff wie beim Saisonstart den GP von Katar. Tom Lüthi (24) startet beim Moto2-Rennen aus der 3. Reihe.

von
Klaus Zaugg
Mugello
Randy Krummenacher startet am Sonntag aus der 2. Reihe ins Rennen.

Randy Krummenacher startet am Sonntag aus der 2. Reihe ins Rennen.

Den Platz in der ersten Startreihe musste er zwar räumen - aber Randy Krummenacher (20) sieht dem 125er-Rennen (Sonntag, 11.00 Uhr, live TSR2) mit Zuversicht entgegen: «Ich bin bereit fürs Podest», sagte er gegenüber 20 Minuten Online.

In Mugello will der Zürcher mehr aus der guten Ausgangslage machen. «Ich bin bereit fürs Podest», sagt er gegenüber 20 Minuten Online selbstsicher und erklärt, was anders ist als in Katar. «Ich brauche einfach mehr Wettkampfglück. In Katar hatte ich nach dem Zusammenstoss mit Sandro Cortese nicht mehr die Maschine, um ganz vorne fahren zu können und musste froh sein, Platz 6 retten zu können.»

Hier in Mugello war Krummenacher im allen Training konstanter ganz vorne als in Katar und hatte bereits im ersten freien Training den 5. Platz erreicht. «Die Basis ist jetzt noch besser» sagt er. «Wir mussten nach Katar in Jerez und Le Mans ziemlich unten durch. Aber das musste wohl so sein und wir haben dabei viel gelernt.» In Jerez holte Krummenacher im Rennen Rang 8 (Training 10.), in Le Mans Platz 14 (Training 7.).

Als 5. steht «Krummi» in der zweiten Reihe gleich hinter dem Trainingsschnellsten Sandro Cortese. Der Deutsche dürfte ihm, wie in Katar, wieder in die Quere kommen. «Der Zusammenstoss in Katar hat Cortese mit einem brüsken Spurwechsel verursacht und das weiss er auch. Aber ansonsten fährt er mit Kopf und viel Respekt. Da sehe ich kein Problem. Das Problem sind Espargaro und Vazquez. Die fahren rücksichtslos. Ich muss einfach einen guten Start erwischen und je kleiner die Spitzengruppe sein wird, desto besser.»

Krummenacher ist bisher einmal aufs Podest gefahren. Am 10. Juni 2007 als Dritter beim GP von Katalonien in Barcelona. Die Zeit fürs nächste Podest ist reif.

Lob für Lüthi - aber was

ist bloss mit Aegerter los?

Tom Lüthi (24) startet aus der 3. Reihe mit Zuversicht zum Moto2-Rennen (12.15 Uhr, live SF2). Aber Dominique Aegerter (19) beinahe ohne Hoffnung aus der 8. Reihe. Er wird wieder Fahrstunden nehmen müssen.

Lüthi fährt im Qualifiying lange Zeit ganz vorne mit, hält zwischendurch die Bestzeit - aber am Schluss rutscht er in den letzten sechs Minuten auf Rang neun und in die dritte Startreihe ab. Der Emmentaler hatte am Vormittag bereits das zweite freie Training dominiert. Kein Wunder steht er nun mit dem Selbstvertrauen einer Poleposition in der dritten Reihe. «Wir haben uns im Training gezielt Schritt für Schritt verbessert.» Am Schluss habe einfach die Krönung gefehlt sagte er gegenüber 20 Minuten Online. «Wir haben noch einmal neue Reifen aufgezogen und ich hätte das Potenzial für eine viel schnellere Rundenzeit gehabt. Aber mein Rhythmus ist in diesen letzten Runden immer wieder durch langsamre Fahrer gestört worden, die für eine Windschattenfahrt auf einen schnelleren Kollegen warteten.»

Aber alles in allem sei er zufrieden. Die 9. Position ganz rechts in der dritten Reihe ist sogar besser als ein Platz mehr links in der zweiten oder ersten Reihe. Weil Lüthi so die Aussenbahn besetzt, wenn die 41 Piloten nach dem Start auf die erste Rechtskurve zu blochen. Ein Podestplatz ist für den fahrerisch begabten Lüthi auf dieser anforderungsreichen Strecke nicht unmöglich. In der 125er-Weltmeistersaison wurde er in Mugello 2. und 2008 holte er hier sein erstes 250er-Podest (3.).

Dominique Aegerter aber kommt nicht mehr vom Fleck. Im ersten freien Training der Saison beim GP von Katar hatte er Lüthi noch besiegt und im Rennen immerhin Platz 11 geholt. Doch seither kommt er nicht mehr recht vorwärts: 13. in Jerez (21. im Training) und je Platz 30 in Training und Rennen in Le Mans. Gestern nun ein 29. Platz und die 8. Startreihe in Mugello.

Teamchef Alain Bronec weiss, warum das so ist. «Domi sitzt zu verkrampft auf der Maschine, setzt sich selbst unter Druck und gerät in Stress. Das wirkt sich hier in Mugello bei vier schnellen Schikanen erst recht aus. Ich habe bei den Vorsaisontests viel mit ihm an seinem Fahrstil gearbeitet und ihn seither weitgehend in Ruhe gelassen. Unter Druck ist er jetzt wieder in alte Gewohnheiten zurückgefallen und den Fahrstil der 125er angenommen. Nun werde ich mit ihm wieder am Fahrstil arbeiten müssen.»

Für den Berner stehen also in nächster Zeit wieder Fahrstunden mit seinem Teamchef auf dem Programm. Alles in allem bestätigt er die Analyse seines Chefs und sagt, dass er sich auf der Maschine nicht mehr richtig wohl fühle. Er bekommt aber auch Trost: Bronec, ein ehemaliger Weltklassefahrer sagt nämlich gegenüber 20 Minuten Online auch: «Im Rennen hat sich die Verkrampfung bei Domi oft gelöst. Wenn ihm ein guter Start gelingt, traue ich ihm durchaus einen Platz unter den ersten 15 zu.»

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