Bezirksgefängnis Zürich: «Ich bin böse und gemein» – Tiktok-Videos zeigen Brian in Gefängniszelle
Publiziert

Bezirksgefängnis Zürich«Ich bin böse und gemein» – Tiktok-Videos zeigen Brian in Gefängniszelle

Brian sitzt zurzeit im Gefängnis Zürich. Kürzlich kursierten Tiktok-Videos, die ihn beim Trainieren und Rappen zeigen. Im gleichen Gefängnis soll ein Wärter mit Handys und Drogen gehandelt haben. 

von
Lynn Sachs
Michelle Ineichen
1 / 2
 «F*** den Richter. Free Brian. Direkt aus dem Knast» – so hiess der Beschrieb des Tiktok-Kanals, welcher Brian in seiner Zelle zeigte.

«F*** den Richter. Free Brian. Direkt aus dem Knast» – so hiess der Beschrieb des Tiktok-Kanals, welcher Brian in seiner Zelle zeigte.

Screenshot
Brian befindet sich aktuell im Gefängnis Zürich. Wie Recherchen von 20 Minuten zeigen, soll ein Wärter bis zu einer Razzia im April mit Handys und Drogen gehandelt haben.

Brian befindet sich aktuell im Gefängnis Zürich. Wie Recherchen von 20 Minuten zeigen, soll ein Wärter bis zu einer Razzia im April mit Handys und Drogen gehandelt haben.

Kanton Zürich

Darum gehts

Auf Social Media Videos tauchten kürzlich Videos auf, die Brian in einer Zelle zeigen. Der wohl bekannteste Schweizer Häftling filmt sich beim Trainieren und Rappen. Während einer Woche wurden die Aufnahmen des 26-Jährigen auf einen Tiktok-Kanal hochgeladen. «Seit der Kindheit inhaftiert. Ich bin böse und gemein», sagte der Insasse in einem Rap. Der Kanal-Beschrieb lautete: «F*** den Richter. Free Brian. Direkt aus dem Knast.» Brian befindet sich zurzeit im Gefängnis Zürich. Wem das Handy gehört und wer die Videos hochgeladen hat, ist unklar.

Am Donnerstagmittag war der Account dann plötzlich offline. Der Grund dafür bleibt offen. Das Anwaltsteam von Brian hatte gemäss eigenen Angaben keine Kenntnis von den Videos und wollte sich zur Thematik nicht äussern.

Das Kollektiv #BigDreams betreibt bereits seit einem Jahr einen Instagram-Kanal von Brian. Dort wurden unter anderem handgeschriebene Briefe des Insassen veröffentlicht. Mittlerweile hat der Account bereits über 4000 Abonnentinnen und Abonnenten. Mit dem Tiktok-Konto habe die Gruppe jedoch nichts zu tun. «Wir wissen nichts davon, dass Brian Tiktok oder Zugang zu einem Handy haben soll», sagt ein Mitglied von #BigDreams. Daher will die Gruppe keine Stellungnahme abgeben.

«Es ist problematisch, wenn ein Häftling ein Handy besitzt»

Wie 20 Minuten bereits am Mittwoch berichtete, hat ein Wärter laut einem Ex-Insassen rund zwanzig Mobiltelefone ins Gefängnis Zürich geschmuggelt. «Der Gebrauch und Besitz eines Handys ist für Insassen innerhalb des Gefängnisses grundsätzlich verboten», sagt Strafrechtsexperte Emanuel Cohen. Sollte ein Häftling mit einem solchen erwischt werden, drohe ein Disziplinarverfahren. «Es ist problematisch, wenn ein Häftling ein Handy besitzt und damit unkontrolliert mit der Aussenwelt kommunizieren kann.»

Das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich wollte sich aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht zum Einzelfall äussern. Wie bereits in der Recherche zum Wärter beteuert das Amt erneut, dass der Kampf gegen den Schmuggel von Mobiltelefonen und anderen verbotenen Gegenständen für alle Gefängnisse eine Daueraufgabe sei. «Wenn wir Kenntnis von strafrechtlich relevantem Verhalten erhalten, erstattet das Amt bei Offizialdelikten Strafanzeige beziehungsweise stellt bei Antragsdelikten – sofern das Amt antragsberechtigt ist – einen Strafantrag», so Sprecherin Rebecca de Silva.

In Videos posieren Insassen im Gefängnis Zürich mit Drogen und zeigen, wie sie am Handy hantieren.

Privat

Wärter schmuggeln Handys und Drogen ins Gefängnis

Deine Meinung

214 Kommentare