Johan Djourou: «Ich bin der Erste, der sagt: Ich war nicht gut»
Aktualisiert

Johan Djourou«Ich bin der Erste, der sagt: Ich war nicht gut»

Der Bundesligist Hamburger SV steckt in der Krise. Der Schweizer Internationale Johan Djourou (27) leidet mit.

von
Peter Berger

20 Minuten: Johan Djourou, wo liegen die Gründe für die Krise beim HSV?

Johan Djourou: Wir hatten viele Wechsel, dadurch fehlt die Stabilität. Wir kassieren viele Tore und treffen selber nicht.

Beim 0:3 gegen Berlin wurden Sie am vergangenen Samstag zum Sündenbock gemacht.

Ich habe die Artikel gelesen. Es ist zu einfach, die Innenverteidiger als die Alleinschuldigen hinzustellen. Ich fehlte zum Rückrundenstart wegen einer Verletzung, trotzdem verloren wir zweimal 0:3. Ich bin der Erste, der sagt: Ich war nicht gut. Ich kenne meine Qualitäten und kann mein Niveau einschätzen. Ich hatte wegen Verletzungen weder im Sommer eine richtige Vorbereitung noch zuletzt im Winter. Deshalb werde ich nun ab nächster Woche zusätzlich mit einem Personaltrainer aus Amerika – einem früheren Coach des Boxers Evander Holyfield – arbeiten.

Am Samstag steht in der Bundesliga das Kellerduell gegen den Letzten Braunschweig an. Ist das die wichtigste Partie der Saison?

Das ist eine sehr wichtige Partie. Und eine schwierige. Braunschweig ist nicht so schlecht, vor allem zuhause nicht, und wir stehen unter Druck.

Wie stark stört die enorme Unruhe im und um den Klub die Konzentration?

Es sind nicht die besten Voraussetzungen. Alle sind nervös. Jeder von uns ist wie ein Boxer, der einen harten Schlag kassiert hat.

Aber noch darf der HSV darauf hoffen, den ersten Abstieg nach mehr als 50 Jahren in der Bundesliga abwenden zu können.

Genau. Wir sind noch nicht k.o. Wir müssen kämpfen und zusammenstehen. Für mich ist der Kampf gegen den Abstieg eine neue Erfahrung. Aber ich bin überzeugt, dass wir genügend Qualität im Team haben. Oben zu bleiben, sind wir auch den unglaublich tollen Fans schuldig.

Engagieren Sie den Personaltrainer auch im Hinblick auf die WM im Sommer mit der Nati?

Ich bin immer stolz, für die Schweiz spielen zu dürfen. Die Nati ist deshalb stets in meinem Hinterkopf, schon im März steht ja die Partie gegen Kroatien an. Das wird ein guter Test. Aber vorerst gilt meine ganze Konzentration dem HSV.

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