Granit Xhaka - «Ich habe die ersten sechs Monate auf die Fresse bekommen»
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Granit Xhaka«Ich bin ein emotionaler Mensch, ich weine sehr gerne»

Der verletzte Nati-Captain Granit Xhaka war im Gladbach-Podcast «MitGeredet» zu Gast. Der 29-Jährige sprach über die erfolgreiche WM-Quali, seine Verletzung und seine geile Zeit bei Borussia Mönchengladbach.

von
Adrian Hunziker
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Granit Xhaka spricht in einem Gladbach-Podcast über die erfolgreiche WM-Quali der Nati.

Granit Xhaka spricht in einem Gladbach-Podcast über die erfolgreiche WM-Quali der Nati.

Martin Meienberger/freshfocus
«Ich hab den Jungs und dem Trainer gratuliert.»

«Ich hab den Jungs und dem Trainer gratuliert.»

Claudio Thoma/freshfocus
Xhaka spricht auch über seine Verletzung und dass er möglichst schnell zurückkehren möchte. 

Xhaka spricht auch über seine Verletzung und dass er möglichst schnell zurückkehren möchte.

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Darum gehts

  • Nati-Captain Granit Xhaka hat in einem Gladbach-Podcast ausführlich Auskunft gegeben.

  • Der 29-Jährige sprach über die erfolgreiche WM-Quali, seine Verletzung und über Gladbach.

  • Sein entscheidendes Tor im Derby gegen Köln will er sich tätowieren lassen.

Granit Xhaka spricht im Podcast über:

Die erfolgreiche WM-Quali: Dass wir seit 2012 an fünf Turnieren dabei waren, zeigt, was die Schweiz richtig macht. Ich hab mich riesig gefreut. Die Jungs haben das super gemacht. Ich hab den Jungs und dem Trainer gratuliert. Wenn man die ganze Kampagne sieht, haben wir es verdient, direkt dabei zu sein.

Seine Verletzung: Ich hoffe, so schnell wie möglich zurück zu sein. Ich bin seit sieben Wochen weg. Der gebrochene Knochen ist das Problem, dass es so lange dauert. Ich bin jetzt mit dem Ball am Trainieren. Ich bin optimistisch, dass ich in drei bis vier Wochen zurück bin.

Die Situation bei Arsenal: Ich bin seit 2016 da, ich habe mir das anders vorgestellt, was das Fussballerische betrifft, dass wir immer international spielen müssen. Das hat nicht geklappt. Viele Fans sind hier ungeduldig. Aber man muss Geduld haben, wir haben viele junge Spieler – wir sind auf einem guten Weg.

Die Wechsel-Gerüchte in London: Ich hatte Probleme mit den eigenen Fans, ich wurde ausgepfiffen, das war sehr überraschend für mich, der Wurm war aber schon länger drin. Das hat mich mitgenommen. Ich äussere halt öffentlich meine Meinung. Als das passierte, da wollte ich wirklich weg. Aber Mikel Arteta (der Arsenal-Trainer, Red.) hat mich vom Gegenteil überzeugt, er hat mir den nötigen Push gegeben.

Seinen Start in Gladbach: Diese Pfiffe von den eigenen Fans hätte es in Gladbach nicht gegeben. Als ich angekommen bin, habe ich zu viel gesagt anstatt getan, ich habe viele Fehler gemacht. Ich war 19 Jahre jung. Meine Erwartungen waren hoch. Ich habe die ersten sechs Monate auf die Fresse bekommen. Aber man braucht Zeit, man muss erstmals den Spieler kennenlernen. Ich wurde bei Gladbach nie ausgepfiffen, auch wenn die Leistung nicht top war.

Warum er nach Gladbach wechselte: Ich wollte einen kleinen Schritt machen. Nicht, dass Gladbach ein kleiner Verein ist, aber ich hatte ein gutes Gespräch mit Sportdirektor Max Eberl und mit Trainer Lucien Favre. Sie haben mich überzeugt, es passte alles. Ich bin sehr stolz ein Teil von Gladbach gewesen zu sein. Ich habe dort sehr sehr viel gelernt.

Sein Verhältnis zu Trainer Favre: Er war immer offen und ehrlich zu mir. Er sagte mir ganz klar, wenn es so weitergeht, werde ich nicht spielen. Aber wenn ich auf ihn höre, werde er mich zum besten Spieler machen. Und genau so ist es rausgekommen. Ich hatte ein super Verhältnis zu Lucien Favre. Den Kontakt halte ich heute noch mit ihm, ich schätze ihn sehr als Menschen. Favre ist für mich ein Fussball-Freak im positiven Sinne. Er macht die Spieler einfach besser.

Sein Derby-Tor gegen Köln im Februar 2015: Diesen Tag werde ich nie in meinem Leben vergessen. Der Tag wird irgendeinmal auf meinen Körper (den Sprint, wie ich die Arme hochhalte) tätowiert. Ich schau mir die Videos ab und zu an. Ich realisiere erst heute, wie das ganze Stadion gebebt hat, es war unglaublich. Ich konnte am nächsten Tag nicht in Gladbach herumlaufen, so viele Leute haben mich umarmt. Ich rannte nach dem Tor zu Yann Sommer, umarmte ihn und wir feierten mit der Nordkurve, ich wollte den Fans danke sagen. Es war immer ein Traum für mich, ein Derby-Tor zu machen.

Dass er Gladbach-Captain mit 23 wurde: Das war für mich eine Ehre. Ich hatte mir das so nie vorgestellt. Als ich bei Gladbach unterschrieben habe, hatte ich mir nie ausgemalt, dass ich diesen tollen Verein einmal als Captain anführen werde. Ich hatte sehr viel Unterstützung von diversen Spielern.

Sein emotionaler Gladbach-Abschied: Das Gespräch unter vier Augen mit André Schubert (der damalige Trainer, Red.) war sehr emotional. Auch der Abschied von den Spielern und dem Staff – und das im Trainingslager in der Schweiz– war sehr hart. Bei mir sind die Tränen geflossen, auch bei einigen Teamkollegen. Die Zeit in Gladbach war einfach extrem schön. Ich bin ein emotionaler Mensch, ich weine sehr gerne.

Seine mögliche Rückkehr zu Gladbach: Ich habe für Gladbach viel getan und werde auch in Zukunft etwas machen. Ich habe nun in London noch zweieinhalb Jahre Vertrag. Dann bin ich 32. Wenn Max (Eberl) bereit ist, mich mit 32 nochmals zurückzuholen, dann ist meine Tür auch geöffnet. Viele Fans wissen, dass ich eines Tages gerne zurückkomme.

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