Aktualisiert 05.07.2019 06:29

Alex Wilson

«Ich bin ein grüner Mensch»

Alex Wilson (28) glänzte am Sonntag mit zwei Schweizer Rekorden. Nun startet der Basler Sprinter bei der Athletissima und gibt im Interview private Einblicke.

von
Moncia Schneider

Alex Wilson, Sie wurden und werden als Schnuri bezeichnet. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe nie auf solche Bezeichnungen reagiert, die von negativ denkenden Leuten kommen. Die Kritiker werden mich immer kritisieren, ich kann es ihnen nie recht machen.

Wenn Sie das nicht sind, wer sind Sie dann?

Ein ganz normaler Mensch. Aber ich bin ausserhalb des Sports ein völlig anderer als im Sport.

Wie sind Sie denn?

Ich bin zurückhaltend, ruhiger, überlege mir vieles, ich bin umsorgend und ein grüner Mensch. Ich habe einen grünen Daumen und bin sehr gern in der Natur. Ich ziehe mich auch gern zurück. Vielleicht können Sie sich das nicht vorstellen, aber ich stehe gar nicht gern im Mittelpunkt.

Also haben wir ein komplett falsches Bild von Alex Wilson?

Genau. Ich suche den Mittelpunkt nicht, ich stehe nur wegen meiner Leistungen dort. Aber kaum jemand kennt mich privat, dieses Leben schütze ich auch. Man kennt mich nur als Sprinter und nicht als Alex Wilson.

Dann spielen Sie in der Öffentlichkeit eine Rolle?

Nein, gespielt ist es nicht. Ich bin schon so, witzig und so weiter. Und ich sage immer, was ich denke, bin sehr ehrlich. Viele Leute haben ein Problem damit, aber das ist ihres, nicht meines

Wer sind Ihre wichtigsten Bezugspersonen?

Im Training natürlich meine beiden Trainer. Aber ich habe ein grosses Umfeld mit Leuten, mit denen ich auch über anderes als Sport diskutieren kann.

Sie sind im Frühling zum zweiten Mal Vater geworden. Haben Sie sich verändert?

Nein, aber ich trage jetzt nicht nur für mich, sondern für eine Familie die Verantwortung. Und die Familie ist mein Rückzugsort geworden. Zu Hause bin ich nicht der grosse Wilson, der Rekorde läuft. Zu Hause bin ich stinknormal, stehe früh auf und wechsle Windeln.

Athletissima: Die Highlights mit Schweizer Beteiligung

400 m Hürden Männer (19.54): Zwar kein Diamond-League-Event, aber Kariem Hussein bietet sich die Möglichkeit, seine gute Verfassung zu bestätigen.

800 m Frauen (20.18): Ebenfalls kein Diamond-League-Event. Aber kann Selina Büchel die WM-Limite einfahren?

110 m Hürden Männer (20.28): U-20-Europameister Jason Joseph in einem illustren Feld, in dem jeder schon schneller lief als er. 100 m Frauen (20.46 Uhr): Mujinga Kambundji und Salomé Kora stellen sich Stars wie Dafne Schippers, Dina Asher-Smith oder Shelly-Ann Fraser-Pryce.

5000 m Männer (20.55 Uhr): Julien Wanders gegen die afrikanische Elite um Weltmeister Muktar Edris.

400 m Hürden Frauen (21.23 Uhr): Lea Sprunger sucht noch ihre Form – in einem Topfeld mit Weltmeisterin Kori Carter.

200 m Männer (21.42 Uhr): Alex Wilson im Vergleich mit Ramil Guliyev, Andre De Grasse und Noah Lyles. MAL

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