Exklusiv-Interview: «Ich bin ein Leader»

Aktualisiert

Exklusiv-Interview«Ich bin ein Leader»

Um Model und Geschäftsfrau Xenia Tchoumitcheva ranken sich zahlreiche Gerüchte. Im exklusiven Interview mit Friday räumt sie mit Vorurteilen auf und erzählt, wie Männer sein oder eben nicht sein sollten.

von
Lucien Esseiva

Xenia, woher kommt dein Drang, erfolgreich zu sein?

Ganz sicher von meiner Familie. Mein Vater war einer der ersten Unternehmer in Russland. Von meiner Mutter habe ich den Sinn für Schönheit mitbekommen. Ehrlich gesagt, habe ich mich nie wirklich für Mode oder Beauty interessiert. Meine Mutter bestand aber darauf, dass ich mich weiblich anziehe und mich pflege.

Als Unternehmerin und Model lebst du im Luxus, schreibst über Luxus. Was magst du so sehr daran?

Am meisten fasziniert mich, dass man von Luxusobjekten träumen kann. Man kann sie nicht einfach so kaufen, sondern muss erst etwas erreichen, damit der Traum wahr wird.

Was ist das Teuerste, das du dir je selbst

gekauft hast?

Meine Uhr von Audemars Piguet.

Wie viel hat die gekostet? Selbst mit einem guten Rabatt immer noch mehr als 10  000 Franken.

Man sagt, das Showbusiness sei eine kalte, oberflächliche Welt. Wie erlebst du das?

Ich nehme das gar nicht wirklich wahr, weil ich konsequent zwischen Arbeit und privat trenne. Diese Balance ist mir extrem wichtig. Ausserdem umgebe ich mich nur mit Leuten, die es ehrlich mit mir meinen. Sonst könnte ich das alles nicht aushalten.

Wie trennst du

die Welten konkret?

Ich würde mich zum Beispiel nie mit meinem Boyfriend in einem Magazin zeigen.

Das hast du aber vor ein paar Jahren in der «Schweizer Illustrierten» gemacht. Damals war ich 20 Jahre alt und wusste es nicht besser. Nach dieser Story ist un­sere Beziehung dann auch in die Brüche gegangen.

Wie sollte dein

Traummann sein?

Es gibt Alpha-Menschen, also Leader. Und es gibt Beta-Leute, Mitläufer. Ich selber bin ziemlich Alpha. Würde ich mich für einen Beta-Mann entscheiden, wäre mir das früher oder spä­­ter zu langweilig. Hätte ich einen Alpha-Mann, hätten wir wohl ständig Krach. Ich lass mich von niemandem rumkom­mandieren.

Das klingt, als könntest du niemals einen Partner finden!

Doch. Aber ich muss lernen, Kompromisse ein­zugehen und geduldig zu sein, nicht nur bei Männern. In einen jungen, ehrgeizigen und natürlich auch schönen Mann, der schon etwas erreicht hat, könnte ich mich jederzeit verlieben. Haupt­sache, wir begegnen uns auf Augenhöhe.

Könntest du dich auch in einen Mann verlieben, der kein Geld hat? Klar! Das ist mir schon mehrmals passiert. Es macht mir nichts aus, einem Mann alles zu bezahlen. Es gibt dabei aber zwei Probleme: Erstens ist es nicht wahnsinnig männlich, wenn immer die Frau zahlt, und zweitens langweilt es mich rasch, wenn der Mann keine Ambitionen hat, selber erfolgreich zu sein.

Hast du aktuell einen Freund? Wer weiss  ...

Über dich konnte man

lesen, du seist eine russische Spionin oder dass du als Callgirl arbeiten würdest. Woher kommen diese Gerüchte?

Vor ei­niger Zeit hatte ich in

London einen Verehrer. Ein erfolgreicher und intelligenter Mann. Er hat mich mehrmals pro Tag angerufen, wollte mit mir ausgehen. Ich habe immer freundlich abgelehnt. Irgendwann mutierte der Typ zu einem regelrechten Stalker. Er konnte es nicht ertragen, dass ich ihn ignorierte. Es klingt verrückt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er solche Gerüchte gestreut hat, um meinen Ruf zu zerstören.

Hast du eine dunkle Seite?

Ich bin ein Kontrollfreak. Aber in dieser Beziehung ver­suche ich mich gerade zu ver­bessern.

Hast du ein konkretes

Beispiel dafür?

Lange Zeit litt ich unter Flug­angst. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass jemand anderes, also der Pilot, die Kontrolle hat. Ich hätte das Flugzeug am liebsten selbst gesteuert. Ich musste lernen, zu vertrauen und zu begreifen, dass ich nicht alles kann. Heute fliege ich wie eine Verrückte um die Welt.

Hast du viele Freunde?

Ja, das würde ich schon sagen. Meine beste Freundin lebt in Zürich. Ich kenne sie, seit ich acht Jahre alt bin, wir sind zusammen aufgewachsen, und sie weiss alles über mich. Sie ist meine Seelenverwandte. In London habe ich ein paar Freundinnen, mit denen ich dann jeweils so im «Sex and the City»-Style durch die Stadt ziehe.

Gibt es in deinem glamourösen Leben auch Dinge, die dich traurig

machen?

Immer in der Öffentlichkeit zu stehen, kostet mich extrem viel Energie, das kann schnell mal in Richtung

eines Burnouts gehen.

Es kommt schon mal vor, dass ich nach einer Auto­grammstunde oder einem

DJ-Auftritt ein totales Down habe. Das passiert immer dann, wenn ich viel von mir gebe.

Wie kämpfst du gegen solche Downs an?

Ich liebe es, allein zu sein, dann meditiere ich. Das mache ich nun seit einem Jahr, und es ist das Beste, was mir in den letzten Jahren passiert ist. Es hat mein Leben komplett verändert.

Wovon träumt eine Xenia, die schon sehr

viel hat?

Ich möchte irgendwann einmal eine Familie. Nur mit einer Familie bist du ein kompletter Mensch.

Xenias Business

Auf ihrem Blog chicoverdose.com zeigt Xenia ihre Luxus-Welt: Autos, Yachten, Hotels oder Villen. «Dieses Projekt verbindet alles, was ich in den letzten Jahren gemacht habe und was ich liebe.» Sie will damit die Leute zum Träumen bringen. Xenia betont, dass die Sachen nicht ihr selbst gehören: «Ich bin kein verwöhntes Mädchen, dem alles geschenkt wird!» Die Seite hat nach wenigen Monaten schon über 100 000 Follower.

Xenias Welt

Song: Beyoncé – “Grown Woman”.

Buch: Rhonda Byrne – “The Secret”.

Parfum: Seit sie 15 ist, derselbe Duft von Dior. Welcher, verrät sie aber nicht: “Sonst riechen alle wie ich!”

Drink: Schweizer Milch. (Englische schmeckt nicht!)

Essen: Sashimi und italienische Küche.

Unterwegs mit: Mercedes SLK.

In London: Tube oder Taxi.

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