Aktualisiert 14.12.2017 13:13

Migration

«Ich bin ein Mitbürger, kein Secondo»

Darf man in Zukunft statt «Secondo» nur noch «Kind von Einwanderern» sagen? Betroffene äussern sich zur Forderung der SP-Nationalrätin Ada Marra.

von
dk

In einer Strassenumfrage äusserten sich viele Befragte kritisch zum Begriff «Secondo».

Die SP-Nationalrätin Ada Marra findet, der Begriff «Secondo» sei abwertend und soll deshalb nicht mehr verwendet werden. «Mit dem Wort ‹Secondo› sorgt man dafür, dass die Kinder von Einwanderern weiterhin als Fremde betrachtet werden», sagt Marra. Juso-Präsidentin Tamara Funiciello schliesst sich ihrer Meinung an: «Ich will nicht nur über die Herkunft meiner Eltern definiert werden, sondern darüber, was ich geleistet habe.»

Was sagen junge Menschen ausländischer Herkunft in der Schweiz dazu? «Ich bin zwar ursprünglich kein Schweizer, aber ich lebe hier in der Schweiz und integriere mich so gut wie möglich», sagt Ugur Mehmet Karagöz (21), der Wurzeln in der Türkei hat: «Der Begriff ‹Secondo› steht der Integration im Weg», führt Karagöz weiter aus.

Auch Melanie Müller (17), deren Mutter aus China stammt, stört sich an der Bezeichnung «Secondo»: «Ich finde es abwertend, eine Person nach einer Nummer zu benennen.» Lamin Jammeh (16) wiederum, der Wurzeln in Gambia hat, könnte sich Schlimmeres vorstellen, als Secondo genannt zu werden: «Für mich ist die Nutzung des Begriffs ‹Secondo› daher kein Problem.»

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